::::: Anakrusis :::::

… bedeutet Auftakt und kommt ursprünglich aus der Musik. Für mich bedeutet Anakrusis der ständige „Auftakt“ ins Leben und die Lebensfreude.

Radtour Romantische Straße – von Würzburg bis Füssen

Unsere zweite Radreise führte uns in diesem Jahr 2009 zur „Romantischen Straße“ mit Start in Würzburg und Ende in Füssen im Allgäu. Ein tolles Erlebsnis – nicht nur für Japaner 😉 und schon gar nicht nur für motorisierte Zweibeiner!

Hervorzuheben ist das absolute Highlight Rothenburg ob der Tauber. Wir hatten Glück, dass noch nicht so viele weitere Touristen außer uns unterwegs waren und konnten demzufolge diese wunderschöne Altstadt mit allen Sinnen genießen.

 

1. Etappe 26.05.09 (10 km, letztlich 50 km) Würzburg – Waldbrunn (oder auch: die Odyssee von Würzburg! ;-))

Um 9:37 Uhr fuhren wir mit dem Zug von Tübingen über Stuttgart nach Würzburg. Schon heute morgen hing der Himmel über Tübingen schief, so dass wir froh waren, noch trocken in den Zug zu kommen. Gerade als wir einstiegen, brach auch schon ein ordentliches Gewitter los. Nach 3 ½ Stunden Fahrt in wirklich sehr guten Fahrradabteilen sind wir (mit dem Ba-Wü Ticket) im bewölkten und leicht verregneten Würzburg angekommen.

Ab dann begann unsere kleine Odyssee. Der beschilderte Fahrradweg war – wie beschrieben – direkt am Bahnhof zu finden. Wir fuhren entlang der Innenstadt von Würzburg immer schön neben den glitschigen Straßenbahnschienen brav den Schildern nach bis zum ersten unverständlichen Punkt. Nachdem wir uns nach kurzem Überlegen für eine Richtung entschieden hatten, kamen wir nach ein paar geradelten Metern exakt wieder beim Hauptbahnhof raus! Super.

…also noch mal der gleiche Versuch, jetzt schon ein bisschen entnervter. Beim entsprechenden Schild ging es in die nächstbeste Richtung, wobei wir aber nach kurzer Zeit gemerkt haben, dass dieser Weg auch nicht der richtige sein kann. Also wieder zurück und mal in Ruhe auf die Karte geguckt.

 

Da gerade der Himmel wieder seine Schleusen öffnete, warf ich nur einen kurzen Blick auf den nächsten Ort an einem Fahrradweg (der war Gott sein Dank ausgeschildert) und schon ging es los.

Immer dem Main entlang, bis uns nach ca. 4 km eine Gänsefamilie entgegen kam, die unbedingt fotografiert werden wollte. Die Zeit des Shootings habe ich dann damit verbracht noch einmal einen Blick auf die Karte zu werfen. Da fiel mir dann auf, dass wir auf dem Main – Radweg unterwegs waren und nicht auf der Romantischen Straße. Gott sei Dank war der Umweg nicht so lang und zum Glück gab es die Gänse…

Also zurück auf den wohl miesest ausgeschilderten Weg den wir bisher befahren haben und auf die Suche nach dem richtigen Weg. Ich möchte jetzt nicht jeden km erläutern, den wir herum irrten aber es hat noch einmal eine ¾ Stunde gedauert bis wir dann endlich auf dem „richtigen Weg“ waren. Unfassbar.

Dieser schlängelte sich dann stetig bergauf aus dem Maintal. Das Wetter wurde dann immer launischer (kalt und windig) und als wir dann in Waldbrunn ankamen haben wir uns kurz überlegt ob wir im hiesigen Hotel (Waldbrunner Hof) übernachten sollen, haben uns aber dann entschieden noch weiter zu fahren.

 

Nach dem von uns gefundenen Weg fuhren wir dann quer durchs Dorf bergab, bis wir zu einer Infotafel zur Romantischen Straße „RoStr“ kamen. Leider gab es bei der folgenden T-Kreuzung keine Wegweiser, so dass wir uns mal wieder entscheiden mussten. Leider mal wieder in die falsche Richtung, was uns schon wieder ein paar Kilometer Umweg gekostet hat.

Wenn man an einer T-Kreuzung in die falsche Richtung abbiegt, sollte man davon ausgehen, dass die andere Alternative die Richtige ist. In diesem Fall war dem aber nicht so, da wir nach einem ordentlichen Berg wieder direkt vor Waldbrunn heraus kamen. Da das Wetter und unsere Laune immer schlechter wurde, war uns klar, dass wir doch im Hotel „Waldbrunner Hof“ übernachten werden. Auf dem Weg dorthin haben wir dann aber unseren Fehler entdeckt. Versteckt hinter einem Baum stand ein zweites Schild zur RoStr, nur wies dieses in die entgegengesetzte Richtung als dem von uns gewählten.

Wir haben heute also fast 50 km abgeradelt, sind aber von Würzburg maximal 10 km entfernt. Das ist frustrierend und doof. Wir hoffen jetzt für morgen, dass nicht nur das Wetter besser wird, sondern auch die Beschilderung. Und noch eines ist richtig: Wir beide HASSEN Karten lesen 😉 Schließlich gibt es schöneres anzuschauen, vor allem wenn man sich auf die Wegkennzeichnungen verlässt. Vielleicht doch irgendwann ein GPS? Besser wäre es (für uns)

Zimmer:
gut (großes Bad)
Radunterbringung:
gut (abgeschlossener Hof)
Frühstück:
gut
Sonstiges:
Die Zimmer sind einfach, aber sauber und haben ein recht schönes Bad. Die 60 € für das Zimmer sind angemessen. Die Betten sind leider etwas zu weich. Da am Haus eine Metzgerei angeschlossen ist, war das Essen, das wir abends dort eingenommen hatten entsprechend deftig.
Pension/Hotel: Waldbrunner Hof

2. Etappe Mittwoch, 27.05.2009 Waldbrunn – Rothenburg ob der Tauber (100 km)

Wie gestern von uns gewünscht, war der Tag und der Weg jetzt klasse ausgeschildert. Als wenn es so sein sollte, dass wir gestern nur einen kurzen Tag hatten 😉

Von Waldbrunn ging es los in Richtung Tauberbischofsheim. Da wir gestern schon super früh eingeschlafen sind, waren wir heute auch entsprechend früh wach und sind schon um 8:00 Uhr los gefahren. Leider hatten wir dann sofort eine der heftigsten Steigung des Tages, so dass wir bei der folgenden Abfahrt schon nass geschwitzt und bei nur 11 Grad ziemlich gefroren haben.

Ab da schlängelte sich der Weg entlang der Tauber über den entsprechenden Weg „Liebliches Taubertal Der Klassiker!“. Ein wirkliches Highlight war Weikersheim. Die Innenstadt ist sehr schön historisch und wird durch die Musikakademie gekrönt.

 Hier haben wir uns mit einem leckeren Rababarkuchen gestärkt, um dann weiter Richtung Rothenburg zu fahren. Anfangs ging der Weg noch immer direkt an der Tauber durch das breite Taubertal. Aber je näher wir in Richtung unser Ziel kamen, desto enger wurde das Tal und entsprechend hügeliger wurde der Weg.

Was „ob der Tauber“ bedeutet, wurde uns dann auf den letzten Kilometern bewusst, als es dann nämlich ununterbrochen bergauf ging. OBERHALB! Hier erwartete uns dann eine wahnsinnig große und schöne Altstadt, die wir so noch nicht gesehen haben.

Eine Unterkunft fanden wir im Hotel „Zum schwarzen Adler“, wo wir ein sehr niedliches Zimmer mit einem „historischen Anstrich“ bezogen. Nach einer ausgiebigen Dusche ging es dann gegen 16:00 Uhr direkt los mit einem Stadtrundgang.

Abends haben wir noch einen ausgiebigen Sparziergang über die Stadtmauer gemacht. Das hat nicht nur Spaß gemacht sondern war auch wahnsinnig spektakulär! Richtig toll fanden wir auch die eingemauerten Tafeln, die wohl auf Spender der Stadt verweisen. Und dabei fiel auf, dass dabei keine kleine Zahl von Japanern und Amerikanern verewigt waren!

Außerdem begann man damit, die Befreiung Rothenburgs mit den Passionsfestspielen zu feiern, die an Pfingsten ihren Höhepunkt finden. Auf dem Marktplatz standen plötzlich jede Menge Reiter in mittelalterlichen Kostümen, es wurden Kanonenschüsse abgefeuert, abends gab es eine Prozession mit vielen Musikern. Es gab jedenfalls jede Menge zu bestaunen. Rothenburg ist im nachhinein betrachtet auf dieser Radreise die schönste Stadt.

Zimmer: tolles Ambiente!
Radunterbringung: ok
Sonstiges: Das Haus ist wunderschön, aber der Frühstücksraum erschreckte uns. Griechische Einrichtung und gespannte Fischernetze (?!) Genervt hat die laute Musik zum Frühstück, die der eigentlich sehr nette Grieche auch nach unserer Bitte nicht leiser gedreht hatte. Da wir direkt an einen Tisch bei den Boxen verwiesen wurden hatten wir wenig Chancen, uns in normaler Lautstärke miteinander zu unterhalten.
Hotel: „Schwarzer Adler“ 65 € mit Frühstück (Stand: Mai 2009)

3. Etappe Donnerstag, 28.05.2009 -Rothenburg ob der Tauber – Nördlingen 95 km

Leider war das Wetter heute nicht wirklich traumhaft. Wie die Tage davor war es kalt und windig und sehr stark bewölkt. Das hat uns natürlich nicht von unserer Weiterfahrt abgehalten, zumal wir nach der Ruckelfahrt über Rothenburgs Kopfsteinpflaster den Weg direkt gefunden haben.

Leider fing es dann schon bald an zu nieseln, aber Gott sei Dank dauerte es nicht so lange, bis es wieder aufgehört hatte. So haben wir die Tauber wieder verlassen und sind durch eine wirklich sehr schöne Landschaft geradelt. In Feuchtwangen haben wir eine kurze Pause in einem Kaffee gemacht, wo wir einen anderen Radler getroffen haben, der schon den kompletten Weg über die Via Claudia Augusta zurückgelegt hat. Die kurze Erzählung hat Spaß auf mehr gemacht und wir konnten noch einige offene Fragen klären.

Danach sollte es dann weiter nach Dinkelsbühl gehen. Wir haben also den ausgeschriebenen Weg genommen und wurden nach kurzer Zeit von einem ortsansässigen Wirt noch in Feuchtwangen angehalten.

Der hat uns dann vor einem ca. 15 km langen Umweg bewahrt, da vor ca. 2 Jahren die Route umgeplant wurde. Dieser „neue“ Weg ist jedoch länger als der alte, so dass der Wirt uns auf den „alten“ Weg geschickt hat.

Auch wenn wir uns – aufgrund meiner bescheidenen Kartenlesekenntnisse – noch einmal kurz verfahren haben, war der Weg nicht nur kürzer sondern auch sehr schön zu fahren (Karpfenroute).

Dinkelsbühl haben wir uns nur sehr kurz angeschaut – wir werden das dann noch einmal ohne Räder nachholen – haben aber eine Kleinigkeit gegessen um uns danach auf die anstrengendste Etappe des heutigen Tages zu machen.

Kurz nach Dinkelsbühl ging es mit dem stetigen bergauf – bergab los. Dazu kam dann noch erschwerend dazu, dass wir zum einen über Schotter- und Waldwege fahren mussten und zum anderen immer noch der Wind in unverminderte Stärke aus vollen Backen blies.

Irgendwann haben wir dann dummerweise den Weg verloren und es fing dann auch noch an zu regnen. Wir waren aber schon nah vor Nördlingen und hatten nach kurzer Zeit die Route auch wieder gefunden. In Nördlingen angekommen erwartete uns das reine Verkehrschaos innerhalb der Stadtmauern, was völlig entnervend war.

 

Für die heutige Übernachtung haben wir nach einem Bett & Bike Hotel aus dem ADFC Verzeichnis gesucht, aber da dieses zum einen außerhalb der Stadtmauern lag und wir die Suche aufgrund des Verkehrs aufgegeben haben, sind wir dann in einem kleinen Hotel (Altreuter) direkt am Dom untergekommen. Die Fahrräder durften wir auf unkonventionelle Art und Weise in einen nicht benötigten Teil des Caféraums stellen. Dazu kommt noch, dass das Zimmer wirklich sehr schön und mir 58 € dazu noch sehr günstig ist.

Nach der Dusche waren wir beide dann so platt, dass der Weg zum Essen schon mehr als anstrengend war. Bei einem Italiener haben wir recht gute Gnocchis gegessen und haben uns dann ohne weitere Stadtbesichtigung wieder ins Hotel begeben.Mal schauen wo es uns morgen hinführt. Hoffentlich wird das Wetter ein bisschen besser.

Zimmer: sehr gut
Radunterbringung: ok – im Café-Nebenraum
Frühstück: das war eine 1*** – da war wirklich alles mit dabei, was das Radlerherz begehrt! SUPER!
Sonstiges: liegt direkt neben der Kirche… um 22 Uhr gab es ein Trompetenkonzert – genial
Pension/Hotel: Cafe Hotel Altreuter Nördlingen

4. Etappe Freitag, 29.05.2009 – Nördlingen – Königsbrunn 112 km

Herrlich, wir haben heute strahlend blaue Himmel! Nach 35 km erreichten wir Donauwörth. Der Weg dahin war wirklich sehr schön zu fahren und wir haben die Sonne genossen. Lediglich der kalte Ostwind, der uns die ganze Zeit begleitet war ein bisschen unangenehm. In Donauwörth genossen wir ein leckeres Radler. Wir hatten zum Glück den Weg in Donauwörth recht bald gefunden, so dass es dann auch auf der Via Claudia Augusta weitergehen konnte.

Irgendwann plagte uns dann der Hunger, aber leider war weit und breit in der Gegend nichts Essbares zu finden. Kein einziger kleiner Supermarkt oder Tante Emma – Laden war in Sicht und unsere Suche war erst nach 85 km kurz vor Augsburg zu Ende, wo wir uns dann in einem Biergarten draußen im Kühlen mit einem (auch kalten) Wurstsalat stärkten.

Uns wurde immer kälter, auch zogen immer stärker die Wolken auf, so dass wir uns dazu entschieden, in Augsburg zu übernachten. Auf dem Weg fing es dann auch noch leicht an zu regnen und der Verkehr in der Großstadt machte uns dazu den Garaus.

Wir sind dann immer in Richtung Zentrum geradelt, wir hatten ein Schild mit „Fahrradparkhaus“ gesehen. Dort angekommen, habe ich mir dann Infos bezüglich einer Unterkunft erhofft – und auch bekommen.

Die Räder hätten wir prima im Fahrradparkhaus abstellen können und direkt nebenan war ein Hotel. Das war uns dann mit 113 € einfach viel zu teuer. Kurz entschlossen machten wir uns dann wieder auf den Weg. Was ein „Preis“ doch nicht alles bewirken kann. Da hat man plötzlich wieder jede Menge Power.

Gut, dass einige Radler in dem Großstadtgewirr vor uns fuhren, so konnten wir -ohne selbst größeres Chaos zu verursachen- aus dem Großstadtgewusel entkommen. Wir fuhren weiter bis wir in Königsbrunn ankamen und standenl mitten in einem Wohnblock, von „Stadt“ keine Spur. Das dauerte dann doch noch eine Weile, bis wir schließlich ein Hotel gefunden hatten. An diesem fuhren wir zweimal vorbei, weil uns das Äußere nicht allzu sympathisch war, haben und mangels Alternativen aber dann doch dafür entschieden. Die Wahl war aber nicht so schlecht. Das Zimmer ist klein aber in Ordnung und mit 70 € gerade noch zu akzeptieren.

Abends aßen wir auch im Hotel und was soll man sagen, es hat wirklich gut geschmeckt.

Zimmer: ok, es stank jedoch permanent nach „kaltem“ Rauch
Radunterbringung: gut – abgeschlossener Hinterhof
Frühstück: sehr gut und reichlich (Büfett)
Sonstiges: im Treppenhaus standen mit Sand gefüllte Eimer für die Qualmer auf jeder Etage, klasse: Getränkeautomat auf jeder Etage mit preislich einwandfreien Kaltgetränken
Pension/Hotel: Gasthof Krone Königsbrunn

5. Etappe Samstag, 30.05.2009 – Königsbrunn – Schongau 84 km

Unser Weg schlängelte sich immer der Lech entlang bis zu der ersten Schlüsselstelle des Tages. Die Beschilderung ließ wieder einmal zu wünschen übrig und wir sind direkt in die falsche Richtung gefahren. Zum Glück konnte uns ein Mountainbiker auf den richtigen Weg schicken.

Die Beschilderung hörte dann leider irgendwann wieder auf, so dass wir uns dazu entschieden, den Tipp von dem Radler zu beherzigen und einfach über den Damm weiter zu fahren.

Das Naturerlebnis war grandios, der Weg aber irgendwann nicht mehr so prickelnd. Der Weg wurde zuerst zu einem Pfad und dann zu einer Mountainbikestrecke. Das hat mit unseren Reiserädern nicht wirklich Spaß gemacht. Aber, wir waren auf dem richtigen Weg! Mitten in der Wildnis war an einem Baum ein Schild mit der Aufschrift „Romantische Straße“ angebracht worden. Nur, was hat mit die RoStr mit einer Mountainbikestrecke zu tun???

Irgendwann haben wir dann auch wieder einen vernünftigen Weg gefunden, der uns dann bis Landsberg am Lech geführt hat. Dort angekommen, wurden wir von einem Polizisten begrüßt, der gerade die Straße absperrte. Eigentlich haben wir uns auf einen Biergarten gefreut und wollten die Stadt in aller Ruhe anschauen, was aber leider wegen einer „braunen Gesocks“-Demo ausfallen musste 🙁

Die Weiterfahrt an der Romantischen Straße war aber kein Problem, nachdem wir das Hinweisschild schon vor dem Marktplatz entdeckt hatten und einfach nur zurück radeln mussten.

Der Weg führte uns in ein Wildgehege (Lechpark), in dem es Tiere wie Rehe und Wildschweinefast zum „Anfassen“ gab. Diese „Anlage“ war wirklich sehr schön angelegt. Allerdings folgte kurz darauf unser „Wege-Chaos Teil 2“. Der Weg im Wald gleichte bald wieder einer Mountainbike-Strecke, der noch schlimmer war als der vorhin beschriebene. Der Verlauf wurde so „bescheiden“, dass ich irgendwann entnervt und stinksauer aufgab (Guido!) und wir den Weg wieder zurück fuhren (der Weg sollte über eine schmale Treppe hinab führen).

Wir sind also komplett zurück gefahren und direkt bei den Wildschweinen sahen wir dann die „richtige“ Abzweigung und der Weg wurde dann auch wieder gut. Es wäre noch einmal interessant zu wissen, warum es grüne UND blaue RoStr-Schilder gibt! Wir hatten das Gefühl, dass die Blauen eher für Mountainbiker gedacht sind. Vielleicht weiß das ja jemand. Hunger hatten wir aber noch immer. Diesen konnten wir dann an einem sehr netten Ausflugslokal (der „Teufelsküche“) stillen.

Wir fuhren jetzt oberhalb des Lech und konnten den ersten Blick auf die Alpen werfen. Wow, herrlich! Der Blick blieb uns sogar noch erhalten und die Berge kamen immer näher.

So ging der Weg wunderschön durch die kleinen Dörfer bis es zum „Wege-Chaos Teil 3“ kam.

Es war wieder das gleiche Drama wie zuvor, mit dem Unterschied, dass wir nach einer ordentlichen Abfahrt sofort gemerkt haben, wo der Hase lang läuft. Wir mussten also wieder HOCH auf den richtigen Weg. Um diesen zu finden hat Annette einen älteren Herren gefragt (was sie liebend gerne tut, wenn sie keine Lust hat, auf Karten irgendwas zu finden), der gerade aus seinem Auto stieg.

Dieser erklärte uns, wo wir lang fahren mussten und fuhr selbst mit seinem Auto dann an uns vorbei. Und jetzt kommt es zur

Anekdote des Tages. Der Mann leitete uns bis fast nach Schongau! Immer wenn wir zu einer Kreuzung kamen, an der wir uns hätten verfahren können (was man jetzt nicht mehr konnte, da der Weg ausgeschildert war) stand er mit seinem Auto da, um uns den Weg zu weisen. Als wir uns wirklich nicht mehr verfahren konnten haben wir uns noch einmal mit ihm unterhalten und er hat uns noch gezeigt wo wir im Bergpanorama die Zugspitze finden. Nachdem wir uns mehrfach bedankt haben ging es für uns dann weiter nach Schöngau.

Wir haben den Entschluss gefasst, in Schöngau zu bleiben und haben uns im Hotel „Rössle“ einquartiert. Nettes großes Zimmer und zentral im Ort gelegen – aber mit einem Preis von 85 € nicht mehr so günstig wie in den letzten Tagen. Das liegt aber vor allem daran, dass es hier jetzt immer touristischer wird.

Wir haben den Entschluss gefasst, in Schöngau zu bleiben und haben uns im Hotel „Rössle“ einquartiert. Nettes großes Zimmer und zentral im Ort gelegen – aber mit einem Preis von 85 € nicht mehr so günstig wie in den letzten Tagen. Das liegt aber vor allem daran, dass es hier jetzt immer touristischer wird.

Zimmer: sehr gut
Radunterbringung: ok – leider nur im Gebäudeflur und mit vielen anderen Radlern zusammen“gekettet“
Frühstück: sehr gut – tolle Auswahl, sehr reichlich und mit frischen Säften
Sonstiges:
Pension/Hotel: Hotel Rössle Schongau (85 Euro)

6. Etappe Pfingstsonntag, 31.05.2009 – Schongau – Nesselwang 78 km

„Tag der Entscheidung“ Na super. Heute war es noch kälter als gestern, so dass wir uns schon nach ein paar Metern wärmer anziehen mussten. Aufgrund des aktuellen Wetters als auch der Wettervorhersage haben wir uns dazu entschlossen, nicht auf den Weg in das östliche Bayern und damit zum (ursprünglich geplanten) Königssee zu machen, sondern durch das Allgäu zum Bodensee zu fahren um uns dann noch ein Alternativprogramm zu überlegen.

Heute war eine richtige Voralpen-Etappe. Ein stetiges Auf und Ab begleitete uns durch das wunderschöne Voralpenland. Zunächst machten wir einen kurzen Besuch bei der Wieskirche.

war zwar nur ca. 30 km von Schongau entfernt, wegen des Streckenprofils haben wir allerdings fast zwei Stunden gebraucht. Der Blick in die Wieskirche war recht spektakulär. Leider fand gerade zu dieser Zeit ein Gottesdienst (und auch noch Pfingsten) statt, so dass man sich den Innenraum nicht genauer anschauen konnte.

In einem neben liegenden Gasthaus haben wir uns bei einer Flädlesuppe und Kartoffelpuffer gestärkt. …und plötzlich sagt Annette: „Die kenn ich!“ Tatsächlich saßen direkt neben uns die Eltern einer Bekannten von Annette. Die beiden wollten auch zum Königssee, ließen sich aber nicht vom angekündigten Wetter abschrecken. …soviel zur heutigen Anekdote.

Von der Wieskirche ging es dann weiter in Richtung Schwangau. Trotz zunehmendem Wind war die Strecke für uns nicht so anstrengend, da der Wind immer schön von hinten kam. Hat auch mal was.

Bei Neuschwanstein war wohl wie immer, wenn wir hier vorbeikommen Chaos angesagt. Aus diesem Grund haben wir uns lediglich auf eine entfernte Besichtigung beschränkt und sind gleich weiter nach Füssen und Hopfen am See gefahren. Hier war an dem Pfingstwochenende überall wahnsinnig viel los. Dennoch haben wir uns in Hopfen einen Apfelstrudel gegönnt und uns im Anschluss daran auf eine super anstrengende Schlussetappe gemacht.

Immer schön im Auf und Ab mit teilweise heftigsten Steigungen (wir reisen mit schweren Reiserädern, 28 Zöllern und nicht mit Mountainbikes!) sind wir in Nesselwang angekommen und in der Bett und Bike Pension „Haus Weidach“ für 55 € untergekommen. Wie so häufig in so kleinen Pensionen war die Wirtin super nett und zuvorkommend.

Zimmer: 70er Jahre-Style, aber gut
Radunterbringung: super (abgeschlossene Garage)
Frühstück: leider bisher das liebloseste und „magerste“ Frühstück. Es gab weder Ei noch O-Saft, sehr spartanisch.
Sonstiges: entgegen der Aussage auf deren Website war das Frühstück KEIN und schon gar kein reichhaltiges (Radler)frühstück, wir hoffen für alle weiteren Besucher, dass das ein Ausrutscher war.
Pension/Hotel: Haus Weidach (55 Euro)

7. Etappe Pfingstmontag, 01.06.2009 – Nesselwang – Lindau 107 km

Bei strahlendem Sonnenschein aber eisiger Kälte (um 8 Uhr hatte es 3 °C!) ging’s wieder auf den Weg. Entgegen der Idee von gestern, dass wir auf jeden Fall noch eine Nacht im Allgäu bleiben wollten haben wir uns dazu entschieden, direkt an den Bodensee zu fahren. Der Grund war mal wieder das Wetter. Es war uns einfach eisig kalt!

Von Nesselwang ging es zunächst immer bergan bis nach Haag, das auf fast 1000 m lag. Der Wind blies sehr heftig, so dass wir auf der folgenden Abfahrt ziemlich gefroren haben. So ging der Weg im ständigen Auf und Ab durch das Allgäu. Zuerst schien noch die Sonne, aber auch diese wurde bald von den Wolken eingeholt, so dass es empfindlich kalt wurde.

Unsere erste Pause haben wir in Immenstadt gemacht. Mit über einer Stunde recht umfangreich. Das lag aber nicht daran, dass wir uns so lange ausruhen wollten, sondern daran, dass wir im Kaffee so lange auf unser (wahnsinnig leckeres!) zweites Frühstück warten mussten.

 

Von Immenstadt ging es dann entlang des Alpsee bis in das Ski-Mekka Oberstaufen. Hier haben wir unseren Durst und Annette ihren Kuchenhunger gestillt.

Nach Oberstaufen führte der Weg noch einmal eine Zeitlang bergauf um dann -im Kreis Lindau angekommen- fast nur noch bergab zu fahren (natürlich gab es immer mal wieder knackig-kurze Aufstiege wie bspw. Zum Schloss Syrgenstein). Der kalte Wind begleitete uns auch dieses mal wieder und die Sonne wollte auch noch nicht scheinen. Die rasanten Abfahrten waren unter diesen Bedingungen kein großer allzu großer Spaß.

Bild: Schloss Syrgenstein (der 1. von bisher 4 Besuchen auf dieser Strecke bis 2013)

 

In einem sehr schönen Biergarten in Malleichen haben wir noch einmal eine kleine Pause eingelegt. Hier kam dann auch die Sonne wieder raus und es wurde endlich ein wenig wärmer.

Hier haben wir auch das erste Mal darüber nachgedacht, wirklich bis nach Lindau durch zu fahren, auch wenn wir bisher nicht wirklich daran geglaubt haben nach der gebirgigen Etappe so weit zu kommen.

Dass es doch geklappt hat lag vor allem daran, dass der Weg fast nur noch bergab ging.

So kamen wir auf der Lindau-Insel an, auf der wir nach kurzer Suche mitten in der Stadt das Hotel „The Medusa“ (früher: Hotel Petershof) gefunden haben. Angeschlossen ist ein Mexikanisches Restaurant, welches wir auch gleich testeten. Das Essen war einfach gut.

Wie es morgen weiter geht wissen wir noch nicht. Wir benötigen jedenfalls noch unbedingt eine Karte für den Bodensee und die Schwäbische Alb.

Zimmer: sehr schön (und endlich mal mit vielen Haken im Bad!)
Radunterbringung: gut – im Hotel unter der Treppe
Frühstück: sehr gut und sehr lecker mit viel Auswahl und frisch gebrühtem Kaffee!
Sonstiges: ein „Mexikaner“ – abends konnte man ein leckeres Essen in tollem Ambiente genießen. Mitten in der Lindau-Insel.
Pension/Hotel: The Medusa (früher: Hotel Petershof)

8. Etappe Dienstag, 02.06.2009 – Lindau – Illmensee 80 km

Wir haben tatsächlich sofort eine passende Karte gefunden (die ADFC-Karten sind sehr zu empfehlen!) und haben uns überlegt, vom Bodensee bis zur Donau über den gleichnamigen Weg zu fahren. Nach einem wirklich sehr guten Frühstück ging es dann zunächst von Lindau nach Immenstaad. Ca. 40 km entlang des Bodensees immer im Slalom mit anderen Radlern oder Fußgängern.

Dazu kamen noch andere Radler die durch mehr oder weniger rücksichtslosen Fahrens auffielen (Rennradler). Eine Spezies, bei der man die meisten mit (Männlichkeitsverstärkern) Cabrio-Fahrern oder SUV-Volk vergleichen kann oder auch: „ich bin ein toller Hecht, schaut, was ich habe/kann/ausstrahle“ Liebe Männer, ein wahrer Mann hat das nicht nötig. Außerdem sind andere Qualitäten sehr viel wichtiger 😉 – Kann ich frohen Herzens behaupten, da mich mein Traummann durch’s Leben begleitet!

Der hat uns dann vor einem ca. 15 km langen Umweg bewahrt, da vor ca. 2 Jahren die Route umgeplant wurde. Dieser „neue“ Weg ist jedoch länger als der alte, so dass der Wirt uns auf den „alten“ Weg geschickt hat.

Auch wenn wir uns – aufgrund meiner bescheidenen Kartenlesekenntnisse – noch einmal kurz verfahren haben, war der Weg nicht nur kürzer sondern auch sehr schön zu fahren (Karpfenroute).

Bild: Lindau am Bodensee

In Friedrichshafen gab es die erste Pause für uns direkt am Bodensee. Von hier aus führte uns die Radstrecke über eine miese Strecke bis nach Immenstaad. Dort aßen wir zu Mittag. Die Entscheidung war genau die richtige, da ab Immenstaad der Donau-Bodensee Radweg begann und es auf den nächsten 30 km keine Einkehrmöglichkeit mehr zu finden war.

Es ging also Richtung Marktdorf. Der Weg dorthin war wegen Baumaßnahmen gesperrt, so dass wir eine ordentliche Umleitung radeln mussten. Der erste Teil des Umwegs war sogar recht interessant, da es die ganze Zeit durch die berühmten Bodensee Obstfelder ging.

Danach fuhren wir jedoch nur noch entlang der B33 bis nach Markdorf. Der Donau-Bodensee-Radweg führte uns dann sofort sehr steil und sehr lange bergauf und beim Zurückblicken sah man ins Bodenseetal hinab.

Wir kamen an sehr kleinen aber auch sehr schönen Dörfer vorbei. Leider gab es in keinem davon einen Laden und unser Wasservorrat war schon fast aufgebraucht.

Später fuhren wir durch die absolute Einöde in ein Chaosgebiet. Das Gewitter letzte Woche hat hier solch verheerende Schäden angerichtet, dass wir total schockiert von den Ausmaßen waren. Sehr viele Felder waren durch Hagelschlag zerstört und die Bäume waren teilweise einfach auf einer Höhe zwischen 1 und 5 Metern „abrasiert“.

Auf den Wegen konnte man noch genau erkennen, wie sie mit Schlamm überspült wurden. Wir waren nachträglich sehr froh darüber, uns für die Romantische Straße statt für den Bodensee-Königssee-Radweg entschieden zu haben! Das wäre nicht gut gegangen.

Bild: abgeknickte Bäume rund ums Bodensee-Gebiet

Als wir in Wilhemsdorf ankamen zog ein Gewitter auf und begaben uns auf die Suche nach einem Hotel. Leider gab es in dem gesamten Ort kein Hotel oder Pension.

In einer Pizzaria bekamen wir den Tipp, nach Illmensee zu fahren, was wir dann auch ganz schnell gemacht haben, auch wenn dieser Ort entgegengesetzt „unseres“ Weges war. Direkt nach dem Ortsschild bekamen wir dann die ersten Tropfen ab und freuten uns schon im nächsten Dorf ein Bett & Bike Hotel gefunden zu haben.

Dieses hatte aber heute seinen Ruhetag (ein Bett&Bike mit RUHETAG?) und es war auch keine Telefonnummer angegeben wo man vielleicht hätte mal anrufen können. Mit ein bisschen Wut im Bauch radelten wir dann weiter bis nach Illmensee. Dort bekamen wir im Hotel Seehof noch ein Zimmer. Das Zimmer ist seeeeehr einfach, aber ok. Das (Abend)Essen war gut und wie immer besteht die Hoffnung auf ein gutes, stärkendes Frühstück. Morgen geht es dann zurück auf den Donau-Bodensee Weg in Richtung Zwiefaltendorf.

Zimmer: geht so (offen herumliegende Kabel, Einrichtung alt und lieblos)
Radunterbringung: sehr gut (abgeschlossener Raum)
Frühstück: gut, zwar kein Büfett, aber die Qualität war recht gut
Sonstiges: bruddeliger, aber netter Wirt
Pension/Hotel: Hotel Seehof

8. Etappe Mittwoch, 03.06.2009 Illmensee – Gomaringen 117 km

Schon wieder haben wir uns kurzfristig überlegt, von unserem ursprünglichen Plan abzuweichen. Wir haben beschlossen, über die Schwäbische Alb ganz nach Hause zu fahren. …das haben wir dann auch gemacht.

Von Illmensee fuhren wir los in Richtung Pfullendorf. Schön, dass das Wetter zwischenzeitlich etwas angenehmer ist, soll heißen: Sonnenschein und nur mäßigen Wind. Pfullendorf schauten wir von unseren Rädern aus an, was ganz nett war. Von dieser Stadt wußten wir eigentlich nur, dass ALNO-Küchen hierher kamen. Und irgendein DSDS-Schnösel, der uns auf einigen Plakaten entgegengrinste.

 

Über sehr schöne Wege in absoluter Einsamkeit radelten wir 50 km weiter bis nach Sigmaringen. Vertraute „Heimat“ – zwar noch auf der Alb, aber man kennt es natürlich 🙂 Dort angekommen, gönnten wir uns ein paradiesisch gutes Mittagessen im Gasthof Traube (grandioses Salatbüfett!!!!) So gestärkt waren die restlichen Kilometer doch locker zu schaffen.

Die Strecke von Sigmaringen in Richtung Heimat war uns eigentlich schon bekannt, dennoch haben wir einen Weg eingeschlagen, den wir noch nicht gefahren sind und der nichts desto trotz sehr schön war. Teilweise machte die Wegbeschaffenheit durch zu viel Kiesel und Schotter die Fahrt etwas anstrengend.Zunächst ging die Fahrt durch das schöne Laucherttal bis zu einer Abzweigung nach Burladingen. Hier ging es dann über eine recht heftige Steigung auf die Albhochfläche in Richtung Neufra.


Jetzt waren wir schon fast daheim aber es war noch immer eine lange Strecke. Über Gauselfingen bis nach Burladingen und dann nach einer (zuvor, weil Guido „schielte“ und den Weg nicht richtig deutete!) umsonst gefahrenen Steigung nach Ringingen. Von hier aus mussten wir nur noch nach Melchingen um dann die Talheimer Steige nach unten zu nehmen.

Fazit: Die Beschilderung auf großen Teilen der Strecke ist mangelhaft. Mit  Ausnahme der „großen“ Wege musste man doch recht häufig suchen oder die Karte zu Hilfe nehmen.

Insgesamt haben wir in den vergangenen Tagen 807 km per Velo zurück gelegt.

Trotz schlechter Beschilderung hat die Radreise in dieser tollen Landschaft aber superviel Spaß gemacht!

Team Anakrusis

Annette Partz

radreisebegeisterte, klarinette-querflöte-saxophon-spielende, sportverrückte Spackerin

Menschen, die nicht fähig sind zur Reflexion sind die Pest dieser Zivilisation.

Guido Bloszyk

Lieblingsmensch

Wir müssen nichts machen wie wir’s kennen, nur weil wir’s kennen wie wir’s kennen!

Fahrradliebe

die hat schon immer bestanden, wurde aber 2008 getoppt durch mein Koga Signature, ein grandios verarbeitets Rad, das mich noch nie im Stich gelassen hat! Love it!

Knitting and Crochet 😉

Im Winter und beim „Fern“ sehen nebenher, rein zur Entspannung. Und dann vor allem die süßen Puppen von CaroCreated