::::: Anakrusis :::::

… bedeutet Auftakt und kommt ursprünglich aus der Musik. Für mich bedeutet Anakrusis der ständige „Auftakt“ ins Leben und die Lebensfreude.

Bodensee-Königssee-Radweg 2010

wunderschöne Landschaften, knackige Berge, frische Luft und sehr viel Spaß. Wir radelten
dann noch ein bisschen weiter, den Inntalradweg entlang, dann die Donau bis Straubing

1. Etappe – 31.07.2010 (Friedrichshafen – Altensberg 69 km)

Start unserer regnerischen Sommertour um 9:37 Uhr bei Tübingen. Mit dem Zug fuhren wir Richtung Bodensee zuerst einmal bis nach nach Aulendorf.  Auch wenn dieser Zug vollmundig als „Radwander-Shuttle“ angekündigt war, gab es pro Waggon lediglich zwei Stellplätze.

Bis Hechingen standen wir an der Tür, konnten aber dann unsere Räder vernünftig parken und entspannt bis kurz nach Sigmaringen fahren. Hier stiegen dann nämlich eine Horde Kinder und Jugendliche in den Zug, die gemeinsam auf den Weg zu einer Jugendfreizeit waren. Entsprechend laut und eng ging es dann auch zur Sache.

In Aulendorf angekommen hielten wir Ausschau nach dem RE nach Lindau. Der kam und war brechend voll!!!! Wir hatten noch nicht einmal eine klitze-kleine Chance, dort hinein zu kommen.

Somit nahmen wir eine RB nach Friedrichshafen und haben den mittlerweile verhassten (weil viel zu vollen) Bodenseeradweg bis nach Lindau genommen.

Besonders dieses Stück ist dermaßen voll, so dass man permanent Slalom zwischen langsam fahrenden Rentnern fährt und noch viel stärker auf der Hut sein muss, weil irgendwie alle auf der Ego-Schiene fahren und meinen, sie seien alleine unterwegs.

In Lindau ging es dann nach knapp 30 km Fahrt bei schönem Wetter in den Bo-Kö. Bevor es aber das erste Mal richtig bergauf ging, haben wir uns noch in einem sehr schönen Waldcafé bzw. Biergarten mit unserem neuen Lieblingsgetränk – alkoholfreies Weizenbier – gestärkt und sind dann den Buckel rauf. Wie schon im letzten Jahr kann man von dieser Landschaft nur begeistert sein. Man bekommt sogar besonders viel mit wenn man immer schön langsam fährt.

 

Unseren zweiten Pit-Stop machten wir wie bereits im letzten Jahr in Malleichen, die einen wunderschönen Biergarten haben und leckeres Essen haben. Da es mittlerweile schon recht spät geworden war, haben wir uns im nächsten Ort (Gestratz) was zum Übernachten suchen. Leider gab es nichts im Ort, aber Annette hat in der Käserei nachgefragt und hier wurde uns dann eine Adresse zu einer Pension gegeben, die wir dann mit dem MyNav sofort gefunden haben.

Leider ging es noch einmal heftig den Buckel rauf. Dort oben angekommen erwartete uns dann ein schönes, großes und sauberes Zimmer. Eine Kleinigkeit zu Essen gab es auch noch, so dass wir jetzt total müde und wirklich „am Arsch der Welt“ in einem gemütlichen Bett liegen.

 

Das Hotelzimmer war für einen Preis von 44,00 € recht günstig und das Frühstück war einfach aber ausreichend. Das einzige was genervt hat waren die Millionen Fliegen. (Stand 7/2010!)

2. Etappe Altensberg – Zell (75 km)

Bei wunderschönem Wetter ging es heute Morgen direkt mit einem saftigen Aufstieg los – und so sollte es auch den Rest des Tages bleiben. Aus diesem Grund haben sich die 75 km auch angefühlt wie 120 km.

 

Außer dass die Landschaft einfach atemberaubend ist und man sehr häufig tolle Biergärten findet in denen man immer Weizen ohne Alkohol bekommt fanden wir in Rettenberg ein einfach tolles Brauhaus wo man einfach gut essen kann. …was soll man also sagen? Selber fahren und genießen.

Nach dem wir dann bei Schweinegg einen letzten üblen Aufstieg in der prallen Sonne geschafft haben lag es dann nahe, uns eine Unterkunft zu suchen die wir dann auch in Zell fanden. Hier sind wir im fahrradfreundlichen Hotel „Bären“ untergekommen. Ob die Preise auch fahrradfreundlich sind werden wir dann morgen sehen – ich glaube aber, dass wir einen neuen (Höchstpreis) Rekord aufstellen werden.

teuerstes Zimmer bisher! 99 Euro (wir sprechen vom Jahr 2010!) mit einem eher mittelmäßigen Frühstück 🙁

3. Etappe Zell – Eschenlohe (73 km)

Nachdem es heute Nacht so doll gewittert hat, dass ich schon dachte, dass gleich das Dach weg fliegt, sah es heute Morgen entsprechend bewölkt aus.

Nach dem Frühstück schien allerdings kurzzeitig die Sonne, was uns Hoffnung für den mit schlechten Wetter gemeldeten Tag machte.

Apropos Frühstück: Wir haben bei den Hotelkosten tatsächlich einen neuen (negativ) Rekord aufgestellt. Es wurden uns 99,00 € in Rechnung gestellt. Das war unserer Meinung nach definitiv zu viel. Auch wenn das Zimmer recht schön und alle Einrichtungen sehr fahrradfreundlich waren – das Frühstück war nun nicht weltmeisterlich und somit finde ich, dass das Zimmer um genau 20 € zu teuer war.

Aus diesem Grund würde ich es auch nicht weiterempfehlen, zumal auf dem Weg häufig Plakate mit der Angabe für dieses Hotel mit „Übernachtungen ab 33,00 €“ zu finden sind. …der günstigste Preis ist für eine Übernachtung 49,50 €! Man kann sich also durchaus verarscht fühlen.

Man sollte lieber noch ein paar Kilometer weiterfahren (der Weg geht fast ausnahmslos bergab) – hier gibt es noch eine größere Auswahl an Hotels und Pensionen.

Zum Weg: Die heutige Etappe begann wieder in Wolken und endete in Regen. …das war allerdings nicht so schlimm, da es zum einen nicht all zu kalt war und wir zum anderen eine vernünftige Ausrüstung haben.

Nach ein paar km moderater Fahrt kamen wir in Füssen und entsprechend Schwangau mit seinen Königsschlössern an. Hier hatten wir das Glück, uns unheimlich viele Verrückte anzuschauen, die sich wahrscheinlich alle gleichzeitig gedacht haben: „Bei dem schlechten Wetter schauen wir uns am besten mal Neuschwanstein an“.

Glücklich, uns nicht in die Schlange zu stellen, ging es für uns auf einer ebenen Strecke weiter.  Durch ein paar nette Dörfer ging es dann irgendwann auf einen Schotterweg, der uns die nächsten km begleiten sollte. Inmitten von Kuhwiesen samt Kühen ging es in Richtung Wieskirch.

Dieses Stück war uns noch aus der anderen Richtung von der Pfingstausfahrt 2009 bekannt. Ca. 3 km vor der Wieskirch trennten sich die „Romantische Straße“ und der Bodensee – Königssee – Radweg und für uns ging es auf einer Schotterpiste durch ein enges Tal. Hier mussten wir dann einen kleinen Bergbach überqueren. Dies funktionierte ohne Brücke und Tunnel! Fuhrten war angesagt. …war aber – auch nach dem ordentlichen Regen aus der letzten Nacht – kein nennenswertes Problem. Nun setzte auch so langsam der Regen ein. Hier allerdings nur als leichter und angenehmer Sommerregen der keine Regenkleidung bedurfte.

So ging dann auch die Fahrt weiter. Eine zweite Fuhrt musste überquert werden. Dies war jedoch kein Problem, da es hier einen betonierten Untergrund gab, so dass wir einfach durch radeln konnten. Leider war es nicht nur von unten Nass sondern auch zunehmend von oben, so dass wir uns dann doch dazu entschieden die Regenkleidung überzuwerfen.

So eingemummelt kamen wir dann nach Bad Kohlgrub wo wir eigentlich etwas essen wollten. Die Mägen hingen mittlerweile schon recht ordentlich durch. Aber irgendwie war uns der Ort unsympathisch. Da der Regen auch nicht mehr so stark war und es immer stetig bergab ging, fuhren wir einfach weiter.

 

Dabei ging es dann durch ein mit Gatter geschützten Wildtiergehege oder auch Weidefläche und nach dem zweiten Gatter kam dann der SUPERGAU! Der Regen setzte wieder stärker ein und Annette blieb plötzlich und abrupt stehen mit der Aussage: „Ich habe einen Platten!“ …nicht dass das bei den abgefahrenen Hinterreifen irgendwie überraschend kam… So standen wir dann mitten im Wald an einem rauschenden Bergbach bei einsetzenden Starkregen und mussten das Hinterrad von Annettes KOGA flicken.

Eigentlich kein Thema, aber bis jetzt wussten wir beide nur rein „theoretisch“ wie man ein Hinterrad samt Rohloffschaltung ausbaut. Annette hat naturgemäß ein wenig Panik wenn es darum geht, an dem KOGA herumzubasteln, so dass ich auch bis heute die Finger davon gelassen hatte. Tja, heute dann Basteln unter verschärften Voraussetzungen! Aber was soll ich sagen… es ging wirklich so einfach wie immer gesagt wurde. Ein Hinterrad mit Kettenschaltung ist definitiv beschissener aus- und einzubauen.

Das einzig Dumme war der Wolkenbruch! Annette konnte ihre Satteltaschen – Gott sei Dank – in einer alten, herumliegenden Kanalröhre trockenlegen so dass eigentlich nur ich so ein bisschen nass geworden bin. … ging aber auch noch.

Dann ging es im strömenden Regen weiter und uns war spätestens in dem Augenblick klar, dass das nächste Hotel geentert wird, als das Wasser in den Schuhen stand. Leider haben wir im „Bau Stress“ ganz vergessen die Gamaschen anzulegen – die wir, nebenbei bemerkt, extra für diesen Urlaub neu angeschafft haben.

So kamen wir dann nach Eschenlohe wo wir – mit ein bisschen Glück – ein Zimmer bei der Familie Anton Oswald bekommen haben. Hier gibt es zum Glück einen funktionierenden Heizkörper im Bad, so dass wir unsere Sachen wieder trocken legen können. Jetzt hoffen wir zuerst auf etwas vernünftiges zu Essen – wir haben seit dem Frühstück noch nichts bekommen – und dann auf besseres Wetter. Das Zimmer ist auf jeden Fall sehr nett und mit 45,00 € nicht überteuert. …nach der Erfahrung gestern frage ich jetzt lieber wieder nach den Preisen….

Übernachtung in einem privaten Zimmer. Diese Unterkunft gibt es leider nicht mehr (Stand 8/19)

 

4. Etappe Eschenlohe – Gmund am Tegernsee (73 km)

Heute haben wir erst einmal satt verschlafen!

Gestern habe ich mit unserer Wirtin noch abgesprochen, dass wir um 8:00 Uhr frühstücken wollen (das Frühstück wurde uns ins Appartement gebracht) und dann lagen wir auch noch prompt im Bett.

 …das Wetter lud aber auch dazu ein im Bett liegen zu bleiben. Es regnete noch immer. Aber ab ca. 9:00 Uhr wurde das Wetter dann wenigstens so gut, dass wir weiter fahren konnten. Gut wurde es aber nie. So haben wir mittags dann sogar unser komplettes Regenequipment angelegt – und das war dann auch gut so.

 

In Bad Tölz kam dann wieder ein Schauer, so dass wir eigentlich dort übernachten wollten. Aber irgendwie war uns das Städtchen unsympathisch. Dazu kam auch noch, dass das angepeilte Bed and Bike Hotel anscheinend voll war.

Also ging es weiter – zuvor aber noch an einem Fahrradgeschäft vorbei um einen neuen Faltreifen (Marathon Racer) einzukaufen. Zum Glück! Nachdem der Weg malerisch durch Felder und eine Art Moos Richtung Gmund über einen Schotterweg lief gab Annette’s vermaledeiter Reifen in einem Waldstück erneut auf.

 

Also: das gleiche Prozedere wie gestern. Aufgrund der nun doch fortgeschrittenen Zeit haben wir uns überlegt in Gmund zu übernachten und haben dann auch gleich ein Bed and Bike Hotel gefunden. Dieses ist mit 78,00 € zwar nicht super günstig, aber für diesen Ort wahrscheinlich angemessen.

…dann schaun wir mal, ob morgen das Wetter hoffentlich wieder ein bisschen besser ist.

so, hier habe ich komplett geschlafen. Ein Bed and Bike in Gmund also … Name? Weiß ich nicht mehr. Sorry 🙁

5. Etappe Gmund am Tegernsee – Bergen nähe Chiemsee (105 km)

Heute war wie erhofft endlich einmal gutes Wetter. Auch wenn es um 6:00 Uhr noch geregnet hat, hat bereits um 7:00 Uhr die Sonne geschienen so dass wir uns dann auch auf die Tour gefreut haben.

Nach einem ordentlichen Frühstück ging es dann recht zeitig los. Nach Gmund ging es direkt richtig steil weiter. Dennoch hat das Radeln Spaß gemacht, da die Landschaft einfach schön zum anschauen ist.

​In Neubeuren haben wir nach fast 60 km eine Mittagspause in einem sehr schönen Biergarten gemacht. Hier gab es mexikanische Küche, was auch mal wieder eine willkommene Abwechslung war.

Von nun an war der Weg eine ganze Weile nicht mehr sehr schön. Über viele Kilometer ging der Weg immer entlang der A8. Dabei war nicht nur der Lärm nervig sondern auch die stetige Steigung.

Nach gut 100 km kamen wir dann in Bergen an, wussten aber nicht wo wir übernachten sollten. Annette ist dann einfach in eine Boutique gegangen und hat die Verkäuferin gefragt. Die hat uns dann auch direkt ein Zimmer organisiert. Das ist zwar nicht wirklich schön aber mit 45,00 € auch ohne Frühstück in Ordnung.

In Bergen (Oberbayern) haben wir im Gasthof zur Post recht gut gegessen und haben anschließend ein hervorragendes Eis in der ortsansässigen Eisdiele gegessen.

Privatunterkunft

6. Etappe Bergen – Berchtesgaden (80 km)

Wie die Wettervorhersage versprochen hatte, regnete es. Also haben wir uns direkt in unsere Regenklamotten geworfen und sind zum Frühstücken ins Kaffee in Bergen gefahren.

Das Schöne war allerdings, dass es zu regnen aufgehört hat und wir nach dem Frühstück trocken weiterfahren konnten.

Und so wurde das Wetter im Laufe des Tages immer besser, so dass Annette am Ende des Tages sogar einen leichten Sonnenbrand auf dem Handrücken hatte.

Die Tour verlief bis Bad Reichenhall gut aber nicht wirklich spektakulär. Die häufige Nähe zur Autobahn war etwas nervig.

Nach Bad Reichenhall wurde es dann wieder sehr schön aber der Weg wurde auch noch einmal so richtig ruppig zum Ende des Weges. Dazu kam dann noch ein kurzer Schauer so dass wir uns unter einer Unterführung schnell wieder in die Regensachen warfen. Zwar hörte der Regen zunächst auf, aber der Himmel bedeckte sich immer stärker. Trotzdem sind wir über einen beschissenen Radweg nach Berchtesgaden gekommen und haben uns an der Touristeninfo vermeintlich freie Privatzimmer geben lassen.

 

Wir haben uns also eine Adresse ausgesucht, sie ins Navi eingegeben und haben uns dann zuerst bergab und dann wieder bergauf zur Adresse routen lassen. …wären wir verbotener Weise durch die Fußgängerzone gefahren (Was das Navi natürlich nicht macht) wären wir nach 5 Minuten am Ziel gewesen. So aber sind wir quer durch Berchtesgaden geradelt.

Das war nicht nur anstrengend wie die Sau sondern auch noch nass, da der Himmel nun endgültig seine Schleusen öffnete. Dumm nur, das der gesamte Weg für die Katz war. Das Zimmer war bereits weg. …wir hätten doch vorher anrufen sollen… Aufgrund des Tipps haben wir dann bei den anderen beiden Herbergen angerufen – und die waren auch beide ausgebucht. Gut das Annette auf dem Weg aufgepasst hat und ein Schild „Zimmer frei“ gesehen hat.

Also sind wir wieder zurück und haben geklingelt. …und siehe da, wir sind bei der wohl nettesten Wirtin gelandet, die man sich vorstellen kann. Sie hatte noch genau ein Zimmer für eine Nacht!

Nachdem wir dann im Brauhaus ordentlich gegessen und noch ordentlicher getrunken haben, haben wir uns überlegt noch eine Nacht zu bleiben. Daher hat Annette gefragt und Frau Müller hat es tatsächlich irgendwie möglich gemacht das wir bleiben konnten. Wir sind letztlich noch eine Nacht länger geblieben und haben jetzt eine Wetterbedingte Auszeit von zwei Tagen genommen.

 

Diese haben wir aber sinnvoll genutzt, indem wir uns alles angeschaut haben, was wir wollten. Zunächst ging es ins das Besucherbergwerk und danach zum Königssee. Auch hier hatten wir wieder richtig viel Glück mit dem Wetter, so dass wir nach einer kurzen Bootsfahrt auch noch einen kleinen Spaziergang um St. Bartolomä machen konnten.

Zurück in Königssee haben wir uns noch mit einer zu fettigen Wurst gestärkt und sind zurück mit dem Bus nach Berchtesgaden. Das ging im übrigen kostenfrei, da wir von der Wirtin Kurkarten bekommen haben, die das Busfahren kostenlos möglich machen.

Auf dem Rückweg ist dann auch noch was recht lustiges passiert. Ich wollte Annette das tolle Wolkenspiel vorm Watzmann zeigen und sagte deshalb: „Guck mal da oben links.“ In diesem Augenblick fuhr der Bus an einem Haus vorbei und auf dem Balkon stand ein junger, knackiger halb nackter Jüngling den Annette entsprechend begutachtete.

Am zweiten freien Tag fuhren wir dann noch mit dem Bus nach Salzburg. Leider war das Wetter so schlecht, dass wir schon nach kurzer Zeit super nasse Füße hatten. Das machte den Tag nicht schöner. Der Regen ließ nicht nach und wir hatten auch keine Möglichkeit frühzeitig in die Pension zu kommen (Busfahrzeiten am Samstag).

Nachdem wir im Lokal des Mozarteum 1,5 Stunden mit Essen und begutachten der Studenten zugebracht haben ging es dann doch endlich wieder zurück und wir kamen fröstelnd wieder in Berchtesgaden an.

Die liebenswürdigste Unterkunft überhaupt!

Zimmer: sehr gut
Radunterbringung: sehr gut
Sonstiges: Wunderschön gelegen, tolles Zimmer mit Blick auf den Watzmann, eine sehr nette und aufmerksame Gastgeberin

7. Etappe Berchtesgaden – Marktl am Inn (112 km)

Heute morgen hatten wir richtig Glück! Das gesamte Tal lag im Nebel der sich dann aber langsam hob. So gab es spektakuläre Bilder vom Watzmann. Danach schien dann – wie bestellt – die Sonne.

Der Abschied war tatsächlich ein Abschied. Nach nur drei Tagen haben wir die beiden Wirtinnen lieb gewonnen und glauben das es auf umgekehrter Weise ähnlich war.

Zum Weg: nach nur kurzer Zeit ging der Weg von der Hauptstraße ab in eine kleine Nebenstraße. Von hier aus ging es dann mal so richtig Berg auf. Es ging über ca. einem km mit durchschnittlich 24%!!!!!! bergan. Das war zu Beginn mal so richtig anstrengend. Dafür wurde es dann aber recht angenehm.

Nach nur kurzer Zeit haben wir den Tauernradweg gefunden und ab da ging es immer leicht bergab Richtung Salzburg. Auch nach Salzburg ging es so weiter so dass wir ein recht ordentliches Tempo hatten. In Oberndorf bzw. Laufen auf der deutschen Seite haben wir nach knapp 50 km unsere erste ausgiebige Pause gemacht und haben quasi unser zweites Frühstück zu uns genommen. Danach ging es dann auf der österreichischen Seite weiter bis nach Ach bzw. Burghausen wo wir uns dann noch ein „afreiwei“ gönnten. Ab hier haben wir dann den Tauernradweg verlassen und haben uns dann leider kurz verfahren. Dazu kam dann auch noch, dass die versprochenen Wolken so langsam aufzogen.

Nachdem wir dann den richtigen Weg gefunden haben, kamen wir dann auch an der Firma vorbei, der der Fußballverein aus Burghausen seinen Namen zu verdanken hat – Wacker. Schon wieder was dazu gelernt. In Burghausen gibt es eine ganze Menge von chemischer Industrie – war uns auch neu.

Nach Burghausen ging es dann nach einiger Zeit wieder in die „Wildnis“. …und so langsam machte ich mir dann wirklich Gedanken darüber ob wir heute noch trocken an unser Ziel kommen werden. Zum Thema Ziel: Wir hatten noch gar keines. Wir legten es dann aber ganz schnell auf eines der nächsten Hotelstandorte fest der uns über den Weg laufen wird. …da war bei aufziehenden Gewitter aber leider auch keins in Sicht, so dass ich dann endlich auf die Idee kam, das Navi zu fragen – und das war dann eine richtige Entscheidung, denn so wurden wir dann fast trocken zu unserer heutigen Unterkunft geroutet.

Diese ist allerdings nicht gerade das Ritz. Aber es wäre alles ganz nett, wenn die Wirtin nicht so eine elende „Fischbüchs“ wäre. Aber für 50,00 € bekommen wir ein annehmbares Zimmer mit gutem Bad und können auch die (unfairen) streitereien zwischen Chefin und Mitarbeiter ertragen.

Zum Thema Marktl am Inn: Wir hatten beide keine Ahnung aber die permanente Darstellung vom Papst machte uns so ein bisschen skeptisch. …und dann beim Spaziergang die Lösung: Marktl ist der Geburtsort von Herrn Ratzinger. Mir war zwar Altötting ein Begriff – und das sind nur gut 12 km entfernt aber Marktl war mir unbekannt! … Reisen bildet!!!

 

Morgen geht es weiter in Richtung Passau. Dabei hoffe ich auf zwei Dinge: zum einen soll es trocken sein und zum anderen sollte die Donau hoffentlich nicht über die Ufer getreten sein. 

Die Mutter der Wirtin, eine 81 jährige sympathische Frau, fragten wir nach einem Trockenraum für unsere durchnässten Schuhe, aber sie konnte uns nicht weiterhelfen. Also haben wir unsere nassen Sachen so gut wie möglich ausgebreitet und haben uns dann erstmal ins Bett gelegt und ein bisschen in die Glotze geschaut.

Um sechs gingen wir dann zum Essen und als wir wiederkamen lagen unsere Schuhe auf der eingeschalteten Heizung und die noch nassen Radklamotten hingen dann nicht mehr an ihrem Platz sondern lagen in der Waschmaschine bzw. schon im Trockner! Die Wirtin ist wirklich toll.

Jetzt bereiten wir uns auf die morgige Tour vor. Zunächst geht es nach Salzburg und dann über den Tauernradweg nach Passau. Von hier geht es dann entlang der Donau in Richtung Ulm.

Hoffentlich wird das Wetter jetzt ein bisschen besser. Dort wo wir in der vergangenen Woche waren, ist mittlerweile alles überflutet. Die Nachrichten melden eigentlich nichts anderes. Wir haben also noch einmal Glück gehabt.

Ein Hotel, das nicht das Ritz ist und 50 Euro die Nacht kostet. Eine unfaire Chefin, die mit Mitarbeitern herumstreitet … wo um alles in der Welt haben wir übernachtet? Ich weiß es leider nicht mehr und konnte es auf Google einfach nicht erraten. Sorry.

8. Etappe (Marktl – Passau) 95 km

Über die heutige Etappe gibt es nicht wirklich viel zu berichten.

Das Frühstück war besser als erwartet – na gut, nicht schwer wenn man nichts erwartet hat. Der Weg war einfach langweilig! Wir sind viele viele km entlang des Inns gefahren.

Aber es ging immer nur gerade aus über einen Schotterweg über den Damm. Mehr gab es eigentlich nicht. Das gute war, dass wir schon recht früh in Passau ankamen, so dass wir uns noch in aller Ruhe die wirklich schöne Stadt angucken konnten.

Ab morgen geht es dann entlang der Donau. Mal schauen wie das Wetter wird und wie wir vorankommen werden. Vielleicht wird der Weg dann auch wieder etwas spannender.

9. Etappe Passau – Straubing (104 km)

Heute ging es also an der Donau los. …und das dann sofort so richtig nass. Nicht, dass man meinen könnte, dass es geregnet hat. Vielmehr hat der Regen der letzten Wochen die Pegel der Flüsse so stark ansteigen lassen, dass die Radwege zum Teil überspült worden sind.

Ansonsten war der Weg zwar sehr stark frequentiert, aber der Verlauf des Donauradweges war sehr schön. Dazu kam noch ein sehr guter Untergrund der uns auch entspannt rollen lassen konnte.

Da für morgen schon wieder schlechtes Wetter gemeldet wurde, haben wir uns überlegt von Straubing aus nach Hause zu fahren. Das wird zwar recht anstrengend, da man sehr häufig umsteigen muss – besser aber als zu frieren und wieder nass zu werden.

Aus diesem Grund sind wir auch froh, in relativer Nähe des kleinen Bahnhofs im Landgasthaus Landshut zu nächtigen. Das ist für unseren Urlaub auch der würdige Abgang, denn das Zimmer ist wirklich sehr schön.

Resümee: Der BoKö war ein wirklich schöner Radweg – wohl mit das schönste was wir bisher gesehen haben. Der Inn war langweilig und ist nicht zu empfehlen und die Donau scheint mir dann doch ein bisschen zu stark befahren, auch wenn der Weg, den wir kennen gelernt haben, sehr gut war.

Schön an diesem Urlaub war, dass wir häufiger in Privatzimmern untergekommen sind, was nicht nur günstiger war sondern auch viel netter.

Das Landgasthaus Straubing gibt es auch nicht mehr (Stand 8/19)

Fahrradliebe

die hat schon immer bestanden, wurde aber 2008 getoppt durch mein Koga Signature, ein grandios verarbeitets Rad, das mich noch nie im Stich gelassen hat! Love it!

Knitting and Crochet 😉

Im Winter und beim „Fern“ sehen nebenher, rein zur Entspannung. Und dann vor allem die süßen Puppen von CaroCreated

Team Anakrusis

Annette Partz

radreisebegeisterte, klarinette-querflöte-saxophon-spielende, sportverrückte Spackerin

Menschen, die nicht fähig sind zur Reflexion sind die Pest dieser Zivilisation.

Guido Bloszyk

Lieblingsmensch

Wir müssen nichts machen wie wir’s kennen, nur weil wir’s kennen wie wir’s kennen!