Rathenow – Semlin - Wittenberge (97 km) | Unsere zweite Etappe führt uns heute zu dem schönen Städtchen Wittenberge. Nach einem guten Frühstück fuhren wir los entlang des Hohenauer Sees durch den Ort mit dem wohl witzigsten Namen dieser Tour. Man muss sich den mal richtig langsam auf der Zunge zergehen lassen ...
W a s s e r s u p p e! Einer von vielen wirklich witzigen Ortsnamen, die es hier zu bestaunen gab! Ganz süß ist auch Berlinchen oder Bräsinchen ... und wenn man Göttin so liest, wie es erst mal jeder lesen würde, der nicht im Osten wohnt, dann muss ich sagen ... Hut ab! Gefiel mir natürlich am besten ;-) | 
Ab hier begann dann eine ziemlich langweilige Strecke. Dieser Weg führte uns eine kleine Ewigkeit über huckelige Betonpisten mit Löchern (sind auf dem Bild ein klein wenig zu sehen). Eine schöne Abwechslung war dann das Örtchen Stölln, in dem Otto Lilienthal seinen ersten Flug unternahm und hier dann auch bei einem weiteren Flugversuch tödlich verunglückte. Lilienthal zu Ehren fand 1989 auch eine IL 62 ihre letzte Verwendung auf dem Segelflugplatz. In dieser DDR/Sowjet Maschine ist eine kleine Lilienthal - Ausstellung und ein Standesamt untergebracht.
Da Guido neugierig war, hat der Aufenthalt hier ein bisschen länger gedauert. Im Gasthause „1. Flieger“, welches auch schon 1895 Lilienthal Unterkunft gewährte logierten wir dann auch kurz auf n Radler. Die Kellnerin war ein echter Klassiker. Nachdem Sie uns gefragt hat wo wie her kommen und was wir vorhaben – und wir ihr das natürlich auch erzählt haben – rotzte sie mit ihrer „Berliner Schnauze“, dass wir doch „bescheuert“ wären – wir hätten uns ja fast weggeschmissen :-) Nach Stölln folgte Rhinow, wo wir einmal mehr die Erfahrung machen mussten, dass es in einigen Geschäften (vor allem Bäckereien) noch immer nicht die erhoffte Auswahl gibt. Das war sowieso recht interessant. Mit Backwaren hat man es in Brandenburg nicht so sehr, das war sehr mager. Von Rhinow an wurde der Weg dann noch etwas langweiliger (ok, das ist wohl Geschmacksache), bis wir dann endlich in Havelberg ankamen. Hier haben wir dann eine kleine Stadtrundfahrt gemacht und sind dann in einem kleinen netten Bett & Bike Biergarten eingekehrt, in dem wir sehr schmackhafte Pasta gegessen haben. Auch hier hat Annette auf Ihrer chamanten Art dem Wirt erklärt, was ein saures Radler ist. Auch wenn dieser uns angeguckt hat, als ob wir pervers wären, haben wir dennoch ein recht schmackhaftes "solches" bekommen. | Ab Havelberg wurde es dann aber richtig schön und interessant. Zwischen der Havel und der Elbe führt eine Art Insel mit einem Damm in der Mitte. Hierüber geht der Fahrradweg, wobei man noch eine wahnsinnig schöne Sicht auf viele Vögel hatte. Die Stadt, in der die Havel in die Elbe mündet heißt Rühstädt (nö Guido, das ist bereits davor der Fall!) Diese ist aber nicht wegen dieses Umstands besuchenswert, sondern vielmehr wegen der vielen Störche hier. Die Stadt hat insgesamt 50 Nester und gilt somit als „Storchenstadt Nr. 1“ in Deutschland. Von Rühstadt fuhren wir dann weiter entlang der Elbe bis nach Wittenberge. Diese Stadt sollte nach unserem Bikelineführer ein wahres Highlight sein, in dem sich eine Übernachtung lohnt. Da wir auch schon fast 100 km unterwegs waren, bot sich diese Stadt natürlich auch an. Unser erster Eindruck allerdings: Verfall und Plattenbauten, wohin man schaute. Das angepeilte Bett & Bike Hotel stellte sich als unansehnliche Bruchbude heraus. So fuhren wir weiter und siehe da, haben wir dann doch noch die schönen Seiten dieser Stadt kennen gelernt und uns auch noch direkt mit Blick auf die Elbe in der Pension „Zum goldenen Anker“ eingemietet! Das Zimmer als auch das gesamte Haus besticht durch seine Originalität. Alles ist ein bisschen verkitscht – aber auf eine sehr nette Art. Lediglich die Dusche ist zu bemängeln, da hier nur bei regem hin- und herspringen das Nasswerden gelingt. Nach einem ausführlichen Stadtrundgang sind wir dann noch in das benachbarte Restaurant „Elbe“ eingekehrt und haben bei Flammkuchen und Spaghetti den schönen Abend ausklingen lassen. Angeblich wird einem hier ein feudales Frühstück serviert. Ich bin daher gespannt, was morgen auf uns wartet! 
| Bewertung | 1 (dürftig) bis 10 Punkte (erstklassig)
| | Zimmer | 9 (Dusche tröpfelte leider) | | Radunterbringung | 10
| | Frühstück | 10++ | | Sonstiges | wunderschöne Einrichtung mit kleinen "Besonderheiten" wie Fernglas auf dem Fenstersims und schönen Accessoires im Landhausstil Das Frühstück jedoch war etwas ganz einmaliges! | | Hotel/Pension | Goldener Anker - Wittenberge
| Preis DZ/Frühstück
| 60 Euro |
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