:::: Anakrusis :::::

 

 

 

1.Tag der Abreise unserer Pfingstradtour an der MoselCNL

Da wir ja letzten Sommer so gute Erfahrungen mit dem City Nightline (CNL) gemacht haben, haben wir uns dieses Jahr gedacht, dass die Fahrt nach Metz auch gut über Nacht zu machen ist. Leider war kein Liegewagen mehr verfügbar, so dass wir ein einfaches Abteil gebucht haben. So weit so gut.

Am 23.05.10 sind wir nach Stuttgart gefahren. Am Bahnsteig die erste unangenehme Geschichte: Der Schaffner des Zuges – o.k. der Zugbegleiter – wartete mit uns auf den Zug. Da dachte ich mir: „Frag den doch mal "was" für ein Zug kommt. Dann wissen wir, ob wir mit Gepäck auf den Rädern ins Abteil kommen oder ob wir den ganzen Mist abbauen müssen.“ Also hin zum Schaffner und gefragt. Antwort: „Worum wollen Sie das wissen?“ Ich: „?! Weil...“ Er: „Ein Sechselfer“ Ich:“?????“ und im Bewusstsein nichts sinnvolles aus diesem Mann heraus zu bekommen habe ich mich dann wieder – freundlich dankend wegen Kinderstube uns so – wieder getrollt.

Der „Sechselfer“ war so ein Scheißzug, bei dem man sich, sein Gepäck und sein Fahrrad zunächst auf 1,5m Höhe wuchten muss um sich dann durch eine Minitür zu quetschen. Ein weiteres blödes Detail: zwischen Bahnsteig und Zug klafft ein Loch in dem man einen Sumoringer verstecken könnte. ...man muss also auch fast Springen um die Tür zu erreichen.

Beim Einstieg schaute der Schaffner sich das Schauspiel von uns begeistert an, was Annette dazu animierte zu fragen, ob es keine Einstiegshilfe gäbe. Schaffner grinsend: „In Stuttgart ist die Lücke noch größer!“ Wir (im Gedanken wegen Kinderstube): „Arschloch!“ Der Rest der ersten Etappe verlief so, wie man sich das an einem Tag vor einem Feiertag so vorstellt.

Der CNL kam pünktlich und das war dann auch schon das einzig Positive. Der Einstieg war schon bescheuert, weil eine Mama noch ihrem Kind vor unserer Nase am Einstieg den Zug, die Anzeige, wohin der Zug fährt und woher er kommt fotografieren muss. Als sich die Dame dann mal bequemte, uns rein zu lassen sehen wir uns im Fahrradabteil dem nächsten Problem ausgesetzt.

Ein japanisches Pärchen hatte es sich auf dem Fußboden (als Unterlage DB Prospekete – die Japaner lernen schnell, wofür diese Schriftstücke am besten geeignet sind) bequem gemacht. Leider sind diese Abteile jetzt nicht so üppig, als dass man dort unendlich viel Platz hätte, weshalb wir aus diesem Grund auf Englisch ...(wegen Kinderstube und so): „Wir müssten da mal unsere Räder hinhängen.“ Japaner antwortet auf Englisch und wir haben ausser nichts GAR NICHTS verstanden!

Wir mit der Waffe der Gründlichkeit: „Wir haben reserviert.“ Japaner: „o.k.“ und dazu noch eine unverständliche Erklärung. So konnten wir dann unsere Räder weghängen und uns auf den Weg zu unserem Abteil machen. Hier ist alles schnell erzählt. Wir machen Chaos, weil wir ja auch unser Gepäck verstauen müssen, "verjagen" somit einen seltsamen Typen von unseren reservierten Plätzen und fangen an uns zu ekeln wegen des stinkenden Typen neben mir, der ein Aroma abgibt von der Qualität: "Letzte Dusche vor einer Woche und Waschmaschinenkauf noch in Planung". In Mannheim hält der Zug über eine Stunde, was ein paar Amerikaner animiert, auf den Abteilgang zu gehen und sich nett zu unterhalten – es war – unterm Strich – eine Albtraumfahrt!

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Die Fahrt geht endlich los ...
Metz
Trotzdem sind wir in Metz um 7:00 Uhr angekommen. Um aussteigen zu können mussten wir dann den Typen aus unserem Abteil noch mal verjagen (Bild oben ... die Typen mit Schlafsack), weil der es sich unter! unseren Rädern bequem gemacht hat. Unfassbar! Man sagte den beiden, dass wir hier aussteigen würden, die wachten auf – und ließen sich gepflegt am Arsch lecken. Solch ein Benehmen hab ich ja noch nie erlebt. Wird man Alter eigentlich immer intoleranter oder besitzt man einfach nur eine bessere Kinderstube?

Metz überraschte mit einer sehr schönen Altstadt, die wir sehr gerne noch länger erkundet hätten. Unser Problem jedoch: Keine Karte dabei, die uns durch Metz geführt hätte, noch gab es irgendwo auch nur ein einziges Radwegeschild! So irrten wir und irrten und irrten, bis wir dann einigermaßen aus Metz draußen waren. Da war dann alles mit dabei. Singletrail fahren, Räder die Treppen hoch und runter tragen, in die falsche Richtung radeln. Gott sei Dank hatten wir wenigstens einen Kompaß dabei.

Als wir dann endlich den Weg aus Metz heraus gefunden haben – in der vermeintlich richtigen Richtung haben wir dann erstmal ein "Firstclass Frühstück" zu uns genommen – zwei mitgebrachte Äpfel. ...das sollte es dann auch für die nächsten 70 km sein und reichen (hat es auch!!!).

Nach dieser kurzen Pause sind wir in einen kleinen Ort eingefahren und wussten hier dann ganz plötzlich auch nicht mehr weiter. Da hat sich Annette dann ein Herz gefasst und einfach mal gefragt. Da es ja immer heißt, Franzosen sind schon sprachlich intolerant war ich sehr gespannt was passiert, nachdem Annette in Englisch gefragt hat. ...und, was soll ich sagen – ich wurde überrascht! Die Leute waren so nett – kaum zu glauben! Mit Händen und Füßen sprechend wurde uns der richtige Weg gezeigt. Hiermit aber nicht genug.

Die angesprochene Frau – auch mit dem Fahrrad (dabei noch ein Rennrad!) unterwegs – führte uns den kritischen Teil und schickte uns dann auf einen Weg, auf dem nicht mal wir uns noch verfahren konnten. Zwischendrin wurde es dann nochmal etwas anstrengend, weil der Fahrradweg sich in eine Trecker-Teststrecke verwandelte und dann auch noch an einer neuen Brücke endete, die zwar eine Treppe hatte, aber eigentlich Leiter sein wollte. Das war es dann aber auch mit weglichen Ungereimtheiten. Palzem

Irgendwann fingen dann die Mägen dann doch an zu knurren. Zudem zollten wir der nicht in Anspruch genommenen immer stärker Tribut. ...wir waren einfach kaputt und wollten nur noch was Essen. Da erschien ein Hinweisschild am Horizont welches Sättigung und Bier versprach. Beim wunderbaren Restaurant „Moselbrück“ in „Nennig“ wurden wir dann aber schnell auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. 

Um 14:15 Uhr war die Küche geschlossen und als Ersatz bekamen wir zwei kleine Stücke Kuchen – für 3,50 € das Stück. Liebe Radfahrer, tut Euch einen Gefallen – macht da keine Pause!  Wieder auf den Rädern, wollten wir nur noch ein Hotel. Das haben wir dann – zum Glück – im kleinen Dörfchen „Palzem“ gefunden. Moselwein

Das Hotel „Rebenhof“ bot und ein tolles Zimmer, das Abendessen war gut, dass Frühstück einfach, aber ausreichend und schmackhaft und das alles für einen Preis von 56,00€. Hier kann ich nur eine dicke Empfehlung aussprechen. Nachdem wir unsere Flüssigkeitsschuld mit je zwei Weizen aufgefüllt haben, ging es zu einem örtlichen Winzer („Brunnenhof“) bei dem wir uns dann mit einer sehr guten Flasche Moselwein vergnügten, die uns dann vollends den Gar ausgemacht haben.

Man kann sagen, dass unser Schlaf dem Tod bestimmt recht nahe gekommen ist. Überrascht war ich dann am nächsten Morgen, dass ich keinen dicken Kopf vom Wein hatte. ...spricht wohl für die Qualität des Weins.

Die erste Etappe in Zahlen: Metz – Palzem: mit Suchen und Verfahren 95 km

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2. Etappe: Palzem – Thörnich

 Um 9:30 ging es los in Richtung Trier. Und hier sind wir dann auch über einen schönen Weg – ohne Vorkommnisse angekommen. Die Wirtin vom „Rebhof“ gab uns noch den Tipp, dass man in Trier sein Fahrrad samt Gepäck einschließen kann. Trier Radgarage

...und das stimmte! Mitten im Zentrum – an der Porta Nigra – gibt es ein Fahrradparkhaus wo wir für 1,- € unser Fahrrad bewacht abstellen konnten.

So hatten wir die Möglichkeit uns die Stadt in Ruhe anzuschauen. Aber zuerst gab es ein gutes Mittagessen bei einem netten Italiener, wo wir 8,50 € für sehr leckere Tortellinis bezahlt haben aber 4,50 € (!) für ein Radler blechen dürfen.

Nach einem Streifzug durch die Innenstadt sind wir dann in den Dom gegangen und waren überwältigt. Eine wirklich sehr schöne Kirche deren Besuch man nur empfehlen kann. Nach gut 2 Stunden Pause ging es dann weiter. Der Weg aus Trier war dann mal so richtig sch(lecht). Schlechte Straßen, viel Verkehr und überhaupt. Dann war man aber wieder an der Mosel und alles wurde wieder besser. Tja, bis es dann anfing zu regnen.

Da kurzfristig Annettes Bremse ein bremsenuntypisches Verhalten an den Tag gelegt hat und auch noch eine B&B Schild am verregneten Wegesrand leuchtete beschlossen wir kurzfristig die Etappe zu verkürzen.

So landeten wir im Gasthof Thimmer in Thörnich, der genauso wie unsere gestrige Unterkunft sehr solide und nett ist. Ebenfalls ein dicker Tipp, gerade weil der Preis mit 44,00 € mehr als günstig ist. Wie das Frühstück ist, kann ich noch nicht sagen, da es gerade 21:00 Uhr ist. Eine Kleinigkeit wollten wir noch essen. Das war allerdings in diesem Dorf das Problem, da es nur ein kleines Restaurant zu sagen wäre übertrieben gibt. Das letzte Gericht war Flammkuchen.

Der war mit gutem Wein aber richtig gut und da wir uns ja schon Mittags den Bauch vollgeschlagen haben, war das auch ausreichend. Auf der Terrasse unseres Wirtes haben wir dann noch ein Glas Wein getrunken und liegen jetzt – auf gutes Wetter hoffend – im Bett. Die Etappe in Zahlen: Palzem – Thörnich: 73 km

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3. Etappe: Thörnich – Zeltingen-Rachtig

Wenn wir uns gestern schon wegen der paar Tropfen geziert haben, hätten wir heute gleich liegen bleiben können. Da wir aber verdammt harte Hunde sind <hüstel>, haben wir uns heute morgen bei Regen aufgemacht. Natürlich immer in der Hoffnung, dass nach der nächsten Moselbiegung die Sonne scheint und nicht der Himmel den Boden berührt.

Tja, Sonne sehe ich jetzt – und jetzt sind wir schon seit sechs Stunden in Zeltingen. Aber noch mal von Anfang: Als wir uns bei der Familie Thimmel auf den Weg gemacht haben, hat es ein bisschen getröpfelt. Aber da wir ja vermeintlich gut ausgerüstet sind, haben wir uns in unsere Regenklamotten geschält und sind los. unglaublich, überall Ehses in diesem Ort - Inzucht???Leider wurde der Regen immer schlimmer – was uns aber tatsächlich gar nichts ausmachte.

Unsere Laune war einfach nur gut. Das Wetter änderte sich nicht wirklich – mal war es schlecht, mal so richtig schlecht. Was sich allerdings änderte war der Zustand unserer Regenklamotten. Als sich der Himmel in Bernkastel-Kues gedacht hat: „Schluss mit dem Kindergeburtstag – jetzt regne ich mal richtig!“ Haben sich unsere Jacken gedacht: „Ich bin voll!“ und haben ihren Dienst eingestellt.

Tatsächlich hat es Wolkenbruchartig zwischen Bernkastel und Zelting geregnet und der Blick ins Tal verhieß nun auch keine wirkliche Besserung. Zum Glück war es nicht so kalt. Gefroren haben wir nicht. In Zelting überlegten wir dann während des Fahrens ob wir noch bis Traben-Trabach weiterfahren sollten, als am Ende des Städtchens ein B&B Schild auftauchte welches jegliche Überlegungen im Keim erstickte und der Finger fast automatisch auf die Klingel der Familie Ehses landete.

Zum Glück war ein Zimmer frei. Der Wirt kümmerte sich schon fast herzlich um uns. Die Nassen Sachen wurden in einen beheizten Raum aufgehängt und nach der heißen Dusche gab es dann noch einen Kaffee. Das Zimmer selbst ist jetzt nicht das Nobelste was auf dem Hotelmarkt zu erlangen ist – so fehlt z.B.der Fernseher auf dem Zimmer – aber alles ist durchaus angenehm. Den Preis kenne ich leider gerade noch nicht, aber ich gehe davon aus, dass es nicht zu teuer sein wird.

RöstiDen Nachmittag verbrachten wir dann mit Essen im „Zeltinger Hof“ (sehr zu empfehlen: Kartoffelrösti siehe links) uns spazieren über den heimischen Friedhof. Hier sahen wir, dass es noch einige B&B Herbergen in diesem Ort vorhanden sind und unsere wahrscheinlich zu einen der einfacheren gehören wird.

Aber sei's drum – wir sind wieder trocken, satt und zufrieden. Da unsere Strecke heute nicht mehr als 47 km ausgemacht hat und das Wetter morgen auch wieder besser sein soll, haben wir uns für morgen mal eine richtige Etappe vorgenommen. ...na dann schaun wir mal... Jetzt gehen wir aber meiner neuen Leidenschaft nach! Wir werden uns mal ein lauschiges Weinlokal suchen. ...daraus wurde leider nichts – weil keines auf hatte.

Deshalb sind wir dann in einem lauschigen Biergarten gelandet und haben uns mit Weizenbier abgefüllt. Der nasse Tag sollte auch ein nasses Ende haben. Unser Zimmer hat nur 42,00 € gekostet, das Frühstück war fast identisch zu den vorherigen und somit war das Preis-Leistungsverhältnis mehr als gut.

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4. Etappe: Zelting-Rachtig – Kobern-Gondorf

Mein erster Blick heute morgen ging Richtung Himmel – und der sah noch immer nicht sehr vertrauenserweckend aus. Dennoch war es trocken und das war nach der Schwimmeinlage vom Vortag mehr wert als alles andere.

Nach dem allmorgendlichen GTraben-Trarbachehader waren wir schnell in Traben-Trarbach. Sehr nett und um diese frühe Stunde auch noch nicht von Ocker-farbenen Rentnern besetzt. Trarbach erreicht man, wenn man die Moselbrücke überquert. Meiner bescheidenen Meinung nach – Einheimische werden mich bitte entschuldigen – ist Trarbach der schönere der beiden Orte.

Von hier pedalierten wir dann weiter in Richtung Cochem. Das dauerte schon ein bisschen länger als die paar Zeilen hier aber es passierte nicht viel, was Erwähnung finden müsste. Die Wege sind sehr gut ausgeschildert und haben eine prima Qualität – und es hat nicht geregnet! Vielmehr hat sich das Wetter gefestigt und ich habe auch nicht mehr wirklich mit dem Regen von oben gerechnet. In Cochem war ein großer Teil des Fahrradweges gesperrt, was uns dazu zwang durch die Innenstadt zu schieben. Das hätten wir sowieso gemacht, aber unter „normalen“ Verhältnissen hätten wir diese – so wie ich uns kenne – erst noch suchen müssen.

Cochem besticht durch seine schönen Gebäude und durch seine vielen Touristen (bevorzugt Holländer), wofür die Stadt zwar nichts kann, uns aber schnell weiterfahren ließ. Ab Cochem wurde der Weg ein wenig langweilig und laut. Das liegt vor allem an dem immer enger werdenden Tal, in dem sich eine Bahntrasse, eine Bundesstraße als auch ein Radweg den Platz teilen müssen. Aus diesem Grund wurden diese drei Verkehrswege einfach direkt nebeneinander gelegt, was für die Radler auf den nächsten ca. 30 km die Folge hat, dass man immer neben einer Straße fährt.

Die Wege waren sehr gut, aber der Lärm der Autos und das nicht mehr wahrnehmbare Vogelgezwitscher nervten schon ein wenig. Wahrscheinlich sind wir aus diesem Grund auch so schnell gefahren und kamen nach 116 km um 16:15 in Kobern an und haben hier in einem kleinen netten Hotel, welches so toll aus Naturstein gebaut ist (wie bei den Engländern) Quartier bezogen.

Gegessen haben wir auf meinem Wunsch bei einem Italiener. Nachdem wir heute Mittag auf dem Weg bei einer Imbiss-Bude einen Pitstop eingelegt haben und nur der Hunger diesen überteuerten Fraß in uns hinein bekam wollte ich nur noch Nudeln Essen. Annette hat mir meinen Wunsch erfüllt und wir sind also zum Italiener. ...und den haben wir dann auch noch "beschissen". Nein haben wir nicht, das hat er brav selbst gemacht.

GuidoreitNachdem wir also unser Essen und unser Bier bestellt und konsumiert haben, kam noch das Gelüste auf einen Eisbecher auf. Der kam dann auch und schmeckte echt lecker. Da wir Kobern-Gondorfdraußen saßen und es immer kälter wurde wollte ich bezahlen. Unser netter Kellner war aber weit und breit nicht mehr zu sehen. Ein zweiter fühlte sich nicht kompetent genug uns unser Geld abzunehmen, so dass ca. 20 Minuten warten ein dritter Kellner – augenscheinlich der Chef – sich erbarmte um unser Geld entgegenzunehmen.

Der zählte auf was wir hatten – für ihn nur die Sachen die auf dem Tisch standen. Da meine Frau durch und durch ehrlich ist, begann sie dann noch aufzählen zu wollen, was wir noch hatten. Aber das wollte der Kellner gar nicht so richtig wissen, so dass ich meine liebe Frau einmal unterm Tisch treten musste (...ich weiß, dass machen eigentlich immer nur Frauen mit Männern) und sie dann lächelnd verstummte.

Also mein schlechtes Gewissen hält sich wirklich in Grenzen. Wäre „unser" Kellner noch da gewesen, hätte der ein dickes Trinkgeld bekommen. Wenn aber der Chef nicht weiß was in seinem Laden abgeht, ist mir das ziemlich egal. ...nennt mich Verbrecher! Nach dem Essen haben wir dann mal wieder unserem Hobby gefrönt und sind über den Friedhof gegangen.

Im Gegensatz zu gab es keine Anomalie bezüglich immer gleicher Namen. Statt dessen gab es jede Menge uralte Grabsteine zu sehen, was mich wiederum sehr faszinierte. Steine von 1637 stehen da einfach so rum. ...wenn die eine Geschichte erzählen könnten...

Morgen verlassen wir dann die Mosel und steigen in die Lahn ein. Wir sind beide gespannt wie die Landschaft sein wird, denn wir haben beide keine Idee, wie die Gegend ist. Das Hotel am historischen Marktplatz hat 50,00 € gekostet und war damit auch völlig in Ordnung. Das Frühstück war etwas mager. ...eine Scheibe Wurst wäre jetzt nicht so schlecht gewesen.

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5. Etappe Kobern-Gondorf (Mosel) – Limburg (Lahn)

Heute haben wir die Mosel verlassen und sind 94 km nach Limburg an der Lahn gefahren. Wie bei bisher jedem Radweg war beim Moselradweg das Ende eher mäßig und beim Lahnradweg der Anfang echt schlecht.

Die Krönung war allerdings Koblenz, wo im Moment für die BuGa 2011 umgebaut wird – und zwar das komplette linke Rheinufer. Keine Chance mit dem Rad weiter zu kommen und keine Umleitung oder so ausgeschildert. Koblenzer Treppenwitz

Super sch...! Wir waren zuerst verwundert, dann genervt und zum Schluss dann so richtig sauer! Die Krönung war dann noch eine Wegbeschreibung, die eine Treppe (BILD!) hinunter führte, wo man nicht wirklich herunter kam.

Danach ging es dann wieder besser. Der Einstieg in den Lahnradweg war eher arm, verbesserte sich dann aber immer stärker. Irgendwann wurde es dann aber etwas anstrengend – o.k. sau anstrengend, als es erstmal ewig bergauf ging. Mosel

Also mal so 3,5 km mindestens – und weil das so ein Spaß gemacht hat gleich wieder runter. Danach ging es dann bis nach Limburg der Lahn entlang. Hier haben wir dann in der Touri-Info ein Zimmer Tipp bekommen (ein Italiener) und haben das dann auch gerne angenommen.

Das Essen war zwar etwas langweilig, das Zimmer ist aber ganz o.k. Die Wettervorhersage sagt zwar für morgen was Gutes voraus, aber am Sonntag soll es mal so richtig schlecht werden.

Deshalb haben wir uns für morgen vorgenommen nach Siegen zu fahren um dann am Sonntag mit dem Zug in Richtung Hamm zu fahren. Das Hotel kostet übrigens 85,00 € und ist damit das teuerste in diesem Urlaub. Limburg als Stadt ist schon recht nett. Viele nette alte Gebäude und ein wirklich schöner Dom. Das Frühstück war tatsächlich recht gut. Für die Fahrräder wurden allerdings noch einmal je 2,- € verlangt, so dass wir insgesamt 89,00 € zahlen konnten. Alles in allem nicht zu empfehlen da viel zu teuer.

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6. Etappe (Limburg – Ennigerloh (mit Zug Etappe)

Nachdem wir uns gestern Abend mal wieder den Wetterbericht angeschaut haben und sehen mussten, dass es die nächsten zwei Tage regnen soll. Da hatte meine Frau eine tolle Idee! Nehmen wir doch einfach eine Abkürzung und fahren nach Siegen. Limburg

Auf der Karte haben wir dann auch den entsprechenden Weg (R8) gefunden. Morgens ging es dann los und es dauerte nicht lange, da kamen die Anstiege. ...und die hörten dann auch irgendwie nicht mehr auf. Dumm nur, dass es zwischendurch immer wieder runter ging. Über ca. 35 km ging dieses Spiel und wir waren einfach nur satt. Kunst in Limburg

Grob zu dieser Zeit haben wir uns überlegt, dass wir heute schon mit dem Zug nach Ennigerloh fahren sollten. Nach km 35 wurde der Weg dann wieder angenehmer und wir wurden für die Schinderei am Vormittag durch einen sehr langgezogenen Abfahrt belohnt.

Ein wunderschöner Weg über einen stillgelegten Bahndamm.

In Dillenburg stiegen wir dann in den Zug und fuhren über Siegen und Hagen nach Hamm! Nachtrag: Fahrt mit dem Fahrrad: 101 km.

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7. Etappe: Ennigerloh – Bad Driburg

Heute ging es dann über 122 km nach Bad Driburg. Ich dachte zwar, wir kämen weiter – aber hier ist es dennoch sehr nett. Bad Driburg

Schließlich ist der Weg das Ziel! Der Weg bis Paderborn war wirklich sehr schön – in Paderborn haben wir uns um 10 km verfahren und waren genervt und sind dann tatsächlich erschöpft und hungrig um 17:30 Uhr in Bad Driburg angekommen.

Viel mehr gibt es für heute tatsächlich nicht zu sagen. Außer: Die Münsterländer haben wirklich gute Radwege und das Wetter wurde Richtung Osten immer schlechter. 

Abends hat es schließlich noch geregnet, was uns im Hotel aber nicht wirklich gestört hat. Unser Hotel (Eggenwirt) ist o.k. Das Zimmer ist mit 76,00 € relativ teuer – aber die Küche haben wir schon getestet und wenn das Frühstück genauso gut ist wie das Abendessen dann ist der Preis akzeptabel. Nachtrag: Das Frühstück war sehr gut – und damit geht der Preis schon in Ordnung.

Das Bild rechts ist nicht in Bad Driburg entstanden, sondern in dem tollen Städtchen Hannoversch Münden!

 

8. Etappe: Bad Driburg – Hannoversch Münd (103 km)

Gestärkt durch das gute Frühstück ging es heute schon recht früh los. Leider war das Wetter recht mies! Es war kalt und die Wolkendecke war dick und hing tief. Dazukam dann noch ein recht starker Wind – natürlich immer gegen unsere Richtung.

HöxterDas zog sich durch bis wir kurz vor Beverungen an die Weser gekommen sind. Ab hier ging es dann endlich Richtung Süden und der Wind stand plötzlich auch recht häufig im Rücken. Die Landschaft des Weserberglandes ist wirklich schön und die Fahrradwege sind sehr empfehlenswert.

Dazu kommt eine sehr gute Ausschilderung, was die Fahrt nochmal mit mehr Spaß verbindet. Als Ziel haben wir uns irgendwann Hannoversch Münd ausgewählt. Wegnetze durch Hannoversch Münden

Als wir hier dann ankamen waren wir super überrascht, wie schön dieses Städtchen ist – und das es zu Niedersachsen gehört. Es wimmelt vor super schön hergerichteten Fachwerkhäusern. Dazu kommt, dass hier Weser, Fulda und Werra zusammenfließen, was die Stadt recht ordentlich umkreist.

Untergekommen sind wir im Hotel Fulda, was auf den ersten Blick ein bisschen gammelig wirkt, sich aber auf den zweiten Blick eine sehr schöne Unterkunft ist. Mit 55,00 € ist es dazu in einem guten Preisniveau.

Abzuwarten ist natürlich noch das Frühstück. Obwohl wir eigentlich nicht mehr viel zum Abend essen wollten, landeten wir im Ratskeller. Hier gibt es selbstgebrautes Bier und heute eine leckeres Buffet. Kulinarisch ein echter Hammer. Jeder, der einmal in Hann. Münd zu Gast ist, sollte hier einmal einkehren. Morgen geht es dann in Richtung Fulda.

 

Mal schauen, wie weit wir kommen. Zum Frühstück: Passte zum recht: Einfach und nicht übertrieben gut. Das Hotel ist dennoch weiterzuempfehlen.

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9. Etappe: Hann. Münd - Rotenburg a.d. Fulda (104 km)

Heute war es endlich soweit! SONNE – und zwar den ganzen Tag! Wir haben es echt genossen! Nach dem Frühstück ging es nach kurzer Suche wieder direkt los. Dieses mal entlang der Fulda. Diese Region Deutschlands war für uns beide absolutes Neuland – umso stärker waren wir überrascht wie landschaftlich schön das Fuldatal ist. Kassel

Nach ca. 30 km kamen wir in Kassel an – und waren überrascht wie wenig los war. Man hat kaum gemerkt das man in eine Großstadt einfährt. Hier liegt für die Strecke der einzige Kritikpunkt. Wenn man wie wir einfach nach den Schildern fährt (und ich kann sagen, dass die Ausschilderung wirklich sehr gut ist) geht man davon aus, dass die „Wegverantwortlichen“ die schönsten Teile einer Stadt an eine solche Radlerstrecke legen.

Dies war leider in Kassel nicht der Fall, so dass wir plötzlich wieder raus waren – ohne wirklich drin gewesen zu sein. ...ein wenig unbefriedigend :). Aber nichts desto trotz war die heutige Etappe geprägt durch sehr schöne Dörfer und eine für Radler sehr gut ausgebaute Infrastruktur. So gab es u.a. jede Menge Biergärten und Cafes am Weg. Einen haben wir dann auch ca. 15 km nach Kassel ausprobiert.

Wie mittlerweile jeden Tag, gönnen wir uns gegen Mittag ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee. Dies auch an diesem Tag im Besagten Biergarten. ...und alles war mal so richtig gut! Der Kuchen war Selbstgebacken und der Kaffee schmeckte zur Abwechslung mal wieder so richtig gut – und das alles zu einem sehr guten Preis! Radler Herz was begehrst Du mehr? Den zweiten Stopp haben wir in Melsungen eingelegt.

manchmal darf's auch gleich seinHier gab es dann ein alkoholfreies Weizenbier. Das weckt tatsächlich bei diesen Temperaturen die Lebensgeister. Von Melsungen aus sind wir dann bis nach Rotenburg durchgefahren.

RotenburgLediglich der Gegenwind störte ab und zu das Fahrvergnügen. Ansonsten war alles bestens.

Rotenburg – sie Armin Meives Gedächtnisstadt begeistert durch den großen Fachwerkbestand und den sehr gut erhaltenen Gebäuden. Auf der rechten Stadtseite (von der Fulda aus gesehen) gibt es in der direkten Nähe des modernen Sparkassengebäudes einen sehr lauschigen Biergarten.

Dieser ist wirklich zu empfehlen. Weniger zu empfehlen ist unser Hotel. Dieses liegt in direkter Nähe des Biergartens und hat eine eigene Gastronomie im Haus und auch auf der Fußgängerzone. Das Zimmer kostet 64,00 € und ist für diesen Preis sehr mäßig ausgestattet.

Dazu kommt noch ein sehr siffiges Badezimmer, so dass schon ein sehr gutes Frühstück serviert werden muss um das alles auszumerzen.

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