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Samstag, 16.02.02

Vom Kloster Lluc nach Valldemossa

 

Die Serpentinenfahrt Lluc - Valldemossa

(Leider) Ohne Bilder (Prä-Digicam-Zeiten!) dieser Tag war nur ein "Busfahrtag"

Endlich (ab)liegen.

Ich habe drei schreckliche Stunden hinter mir. Die Fahrt von Lluc bis nach Palma führte erst einmal eine halbe Stunde die Serpentinen hinunter. Bisher haben mir "solche" Fahrten eigentlich nicht so viel ausgemacht, aber dem Fahrer schien es wahnsinnig viel zu geben, die Strasse richtiggehend mit seinem Bus hinunterzujagen und den Autofahrern sowie Radlern einen heftigen Adrenalinschock zu versetzen.

Und dann genoss er es auch noch, dabei zuzuschauen, wie seine Fahrgäste von den hinteren Plätzen auf die vorderen wechseln und dabei grün im Gesicht anliefen!!!

Dabei sagte mir Jeanette noch laut zu sich: "Hoffentlich wird mir nicht schlecht" (also ihr!). Gesagt, getan. Es traf jedoch nicht sie, nein, ich habe die Arme weit aufgemacht und dieses deprimierende, magenüberlaufende Gefühl empfangen.

Ja Danke.

Und dann war diese herrliche Aussicht auf das Gebirge, die Kiefern, Steineichen und Steinmauern plötzlich im Hintergrund. Vordergründig wurde meine ganze Konzentration jetzt darauf gelenkt, mich damit zu befassen, dass ich diesen Bus so verlasse, wie ich ihn angetroffen habe.

In Palma wollte ich mich dann in aller Ruhe auf dem Bahnhofsklo übergeben, aber angesichts des schrecklichen Zustands auf genau diesem konnte ich dann nicht mehr! Dann übergab ich mir der zweiten Lösung, ich stand bei den Zuggleisen und liess meinen Tränen freien Lauf. <sdlkjsdofijwflsdf>

Hach - welche Erleichterung. Komischerweise können Männer dies ja so gar nicht nachvollziehen. Dabei tut das manchmal ja soooo gut. Dann bemerkte ich diese bleierne Müdigkeit, die sich in meinem Körper plötzlich rasend schnell ausbreitete. Seit wir hier sind habe ich keine einzige Nacht ordentlich geschlafen

Dann geht es wieder weiter mit dem Bus zu dem Bergdörfchen nach Valldemossa.

Steintreppe in Valldemossa

Jeanette beruhigt mich, auf dieser Strecke gäbe es keine kurvigen Strassen. Ihr Wort in Gottes Ohr. Aber - sie hatte recht damit. In Valldemossa angekommen, habe ich mich auch fast sofort in diese schnuckelige Gegend mit ihren schönen ockerfarbenen und verwinkelt stehenden Häusern

Aber - man "versteht" sich und bezieht sämtliche Körperextremitäten bei der Unterhaltung mit ein. Wir haben ein schnuckeliges, kleines, liebevoll eingerichtetes Zimmerchen mit einem sauberen Badezimmer bekommen. Nur - irgendwie riecht es hier nach Chlor.

Aber noch ein anderes, weitaus angenehmeres Gerüchlein weht uns um die Nasen. ESSEN - HUNGER! Himmel, was haben wir schon wieder einen Hunger, unglaublich.

Wir haben wohl Nachholbedarf von unseren beiden letzten Touren, die doch ein wenig an unseren Kräften gezehrt haben. Hunger. Dieses Wort wird mal wieder grösser und grösser im Kopf. Morgen wollen wir eine Mischung aus der "kleinen" und "grossen Runde" um Valldemossa begehen.

Wir haben hier ein nettes Hostal gefunden, das Ca'n Mario , angenehm irgendwie, dass die Gastfamilie weder deutsch noch englisch redet.

Vor rund 100 Jahren liess der österreichische Erzherzog Ludwig Salvator ein Wegenetz im Naturpark Son Moragues mit vielen schönen Aussichtsplätzen (Miradors) anlegen, die wir uns dann anschauen wollen. Die Kartause, in der Frédéric Chopin zusammen mit George Sand gelebt haben und die sich hier in Valldemossa befindet, "schenkten" wir uns jedoch. Wir haben einfach keine Lust, dafür 9 € pro Näslein zu bezahlen. Ausserdem - es regnet ja nicht, was eine "Innenansicht" rechtfertigen könnte.

Blumendorf Valldemossa

Dieser "kleine" Rundwanderweg führt über das Refugi d'es Cairats hoch hinauf zum Teix (1064m), zum Puig d'es Pou bis zum Pla d'es Pouet zurück nach Valldemossa.

Gerade kommen wir vom Abendessen. Hm - bin ein wenig hin- und hergerissen, weil ich die Einwohner Valldemossa's als wenig freundlich empfinde. Kommt das von den vielen Touri's hier? <grübel>

Bei Jeanette gab es Brot-Kohlsuppe (ich habe mich mit einem Kommentar seeehr zurückgehalten), habe dann zuerst mal Oliven mit Brot genossen und dann eine Meeresfrüchte-Pizza. Keinen Kommentar dazu jetzt bitte! (Ja, sie hat NICHT geschmeckt)

Jetzt befinden wir uns gerade auf Ameisenjagd, eine Tätigkeit, auf die ich zumindest in einem "richtigen" Zimmer hätte gut und gerne verzichten können. Mittlerweile laufen ganze Strassen hier durch das Zimmer, was mich richtiggehend sauer macht und auch ziemlich anekelt.