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14.02.02 Auf dem Pilgerpfad Cami des Barranc von Sollér nach Tossals Verds
Unsere heutige (und erste) Mammut-Tour beginnt um ca. 10 Uhr in Sóller und führt uns entlang des mächtigen Massivs der Serra de Alfabia durch eine mit Apfelsinen- und Zitronenbäumen gesäumte Wegstrecke hinauf zu dem kleinen schnuckeligen Dörfchen Biniaraix.
Hier hätten wir laut unserem Reiseführer einen sehenswerten Marienaltar in der Kirche bestaunen können, wenn diese denn nur offen gewesen wäre. Einige Meter höher konnten wir dann aber noch ein ehemaliges Waschhaus bestaunen, in dem die Frauen noch bis vor wenigen Jahren ihre Wäsche gewaschen haben. Die schräg nach innen gerichteten Steinquader waren von dieser Arbeit schon leicht blank gewetzt. Wie viel an Wäsche dort wohl schon darüber hinweg gewetzt wurde? Dann endlich begann aber auch der ehemalige Pilgerpfad Cami d'es Barranc, der noch ein wenig beschwerlich zu begehen war, weil der Morgennebel die Steine rutschig machte. Man muss sich also nicht nur darauf konzentrieren, nicht daneben zu treten, sondern auch darauf, nicht wieder rückwärts zu fallen. Wir kommen vorbei an weiss und rosa blühenden Mandelbäumen und an den ersten Trockenmauern. (Tancas) Diese Bauart wird heute auf Mallorca wieder an einer dafür eingerichteten Schule unterrichtet. Trockenmauer deshalb, weil diese Mauern ohne Mörtel oder sonstigen "künstlichen" Baustoff zusammen halten (oder auch nicht so ganz wie uns unsere weiteren Touren des öfteren gezeigt haben...) Nach etwa 2 Stunden gemächlichem Höhenanstieg schauen wir immer wieder fasziniert nach unten in denTalkessel von Sóller und auf die schönen, fremdartigen Pflanzen und legen dann unsere erste Rast für heute ein. Wir geben uns einem feudalen Vollkornbrot-Käseaufschnitt-Snack mit anschliessendem Edel-Dessert, bestehend aus Bananen- und Kokos-Schoko-Müsli-Riegel hin (Aldi!), welches in der freien Wildbahn irgendwie immer ein wenig mehr mundet als zu Hause Was dann kommt, entlockt uns ein breites Grinsen von einem Ohr zum anderen. Da wurde doch tatsächlich ein Schild angebracht, worauf stand, dass es hier gefääääährliche Stiere gibt! | So gestärkt machen wir uns dann weiter auf den Weg nach Tossals Verds. Es geht immer noch steil bergauf, mittlerweile haben wir jedoch zur Abwechslung ein wenig Waldboden unter, sowie die ersten Schafe vor und neben uns. Die Landschaft hier sieht zerklüftet aus und uns weht ein schneidender Wind um die kalten Nasen (ein Dank an meine supergute Wolfskin-Jacke!). Schade ist nur, dass wir jetzt in ein Nebelbad getaucht sind, so dass wir das Massiv nicht in vollen Zügen geniessen können. |
Eine halbe Stunde -und viele Aleppokiefern weiter- können wir endlich den Stausee Cuber sehen, er versteckt sich allerdings ein wenig im Nebel, sowie den l'Ofré, den wir heute wohl nicht anschauen werden, weil man wie bereits gesagt, einfach nur Nebel sieht. Jetzt geht es aber erstmalig auf dieser Tour wieder bergab und nach weiteren 30min. haben wir dann den Stausee erreicht. Nach einiger Zeit überqueren wir die Staumauern und machen uns auf den Weg nach Tossals Verds. Der schmale Pfad ist mit Schotter bedeckt, was den Abstieg nicht ganz so einfach macht, weil man sich äusserst vorsichtig bewegen muss, um nicht ab- bzw. auszurutschen. Mittlerweile befinden wir uns zwischen dem Massiv des Tossals Verds und der Serra de Alfabia, die sich rechts und links riesengross vor uns auftürmen. Nach einiger Zeit überqueren wir den Torrent d'Almedra, der jedoch bei unserer Überquerung kein Wasser führt. Empfangen werden wir auf der anderen Seite des Torrent von einem weissen Schafskopf-Schädelknochen. Nach einigen Abstiegsmetern auf unserem Pfad, gesäumt von kleinen und grossen Büscheln Dissgras (bei uns unter dem Begriff Pampasgras bekannt), Steineichen und Kiefern erreichen wir unseren ersten Tunnel, den es zu durchwandern gilt. Die Taschenlampen sind gezückt und wir machen uns auf in das Innere des Berges, was sich aber eher als etwas unspektakuläres entpuppt. Wieder draussen angekommen findet man immer noch Geröll, der jedoch jetzt viel feiner und deshalb auch angenehmer zu durchwandern ist. Nach dem vierten und auch letzten Tunnel, den wir auf dieser Strecke durchqueren und einem anschliessenden eher leichten Spaziergängchen erreichen wir dann auch bald ein Gatter, welches wir über eine kleine provisorische Stiege überqueren. Ein paar Meter weiter queren wir auch wieder den nicht-wasser-tragenden Torrent d'Almedrá. Die Schlucht, in der wir uns jetzt befinden ist eine wahre "Schönheit", zumal wir jetzt endlich auch wieder von ein wenig Sonne beglückt werden und die Landschaft somit doch schon sehr viel prachtvoller wirkt.Unser Weg führt uns durch skurrile Olivenhaine, die ich so witzig fand, dass ich aus einem "guck mal deeeen hier" und "ist der nicht süss"-freudvollen, infantil anmutenden Freudengeplapper schon fast nicht mehr herauskam. | Vor der Hütte suchte meine Kamera noch ein Esel-Motiv, es sollte mein "heissestes" Motiv werden.... Frisch geduscht lässt es sich jetzt nach 7stündiger Bergtour, die uns auf dem alten Pilgerpfad von Sollér nach Tossals Verds geführt hat, so richtig gut entspannen. Vor uns flackert das Feuer im Kamin des Gästeraums im Refugi Tossals Verds, ich sitze -einem wunderschönen Jazzkonzert im Hintergrund lauschend- vor dem Kamin, die Füsse zwicken und zwacken an allen Enden - und wir fühlen uns nach einer Mahlzeit aus Oliven, Brot, einer Suppe mit allen möglichen (dicken) Zutaten und einem Gläschen Bier (musste einfach sein!) für mich, sowie einem ganzen Krug roten Hauswein für Jeanette (nein, sie war ehrlich nicht betrunken!) so richtig schön geschafft. | Solch ein gemütliches Zimmerlein würde mir daheim auch voll und ganz genügen. Herrlich! Einen Tag später hier und wir hätten Pech gehabt mit der Übernachtung, weil für das Wochenende bereits alles ausgebucht war! Da waren wir wohl doch etwas mutig, zumal das Refugi Tossals Verds die einzig bewirtschaftete Berghütte in der Tramuntana ist! So aber waren wir zusammen mit einer älteren Hamburgerin, die ihren Wohnsitz nach Palma verlegt hat und die Berge liebt und deren Tochter, sowie unserem "Hausmeister und Koch" ;-)) ganz allein hier in dieser tollen Berghütte mitten in der Tramuntana. |
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