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Madeira
Levadawanderung von Lamaceiros in die Schlucht der Ribeira da Janela
Von Rabaçal zu den 25 Fontes (Quellen)
Die große Küstenrunde von Paul do Mar
Die Halbinsel São Lourenço - felsige Landschaft
Vom Caniçal-Tunnel nach Porto da Cruz
Vom Caldeirão Verde bis in den Höllenkessel Caldeirão do Inferno
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Madeira - Pfingsten 2008

 

Wir waren die erste Woche im Westen der Insel, in Fajã da Ovelha um die ersten folgenden Touren zu erkunden:

 Faja da Ovelha

Unser nettes kleines "Hotel Colina da Fajã", das uns beherbergte war ein architektonisches Schmuckstück.

Mit nur sage und schreibe 9 Zimmer war das sehr überschaubar - eine große Küche, in der man gerne selbst kochen durfte und ein großer Tisch, an dem man seine Nachbarn beim Frühstück auch kennen lernen konnte, dazu noch ein gemütliches Kaminzimmer und eine wunderschöne Terrasse mit kleinem Swimmingpool rundeten das Ganze noch ab.

Vom großzügig und schön eingerichteten und ausgestatteten Zimmer mit Dielenboden, einem durchgestylten Bad mit Riesendusche ganz zu schweigen.

Der Eingangsbereich des Hotel Colina da Fajã

einziges kleines Manko - zum Frühstück gab es die ganze Woche das selbe am Büfett

 Levada Nova

 

 

 

Die Levada Nova

 

erstes Kennenlernen der madeirensischen Flora

Der erste Erkundungsspaziergang führte uns direkt vom Hotel weg die Levada in Richtung Prazeres lang.

 

 

 


 

Levadawanderung von Lamaceiros in die Schlucht der Ribeira da Janela 

 

Bei passablem, bewölkten Wetter starteten wir unsere erste Levadawanderung auf Madeira gut gelaunt und mit Eifer.

Das eingekerbte Tal, in dem diese Levada da Central da Ribeira sich hindurchschlängelte sah recht beeindruckend aus und war im Gegensatz zur Wanderstrecke selbst auch naturbelassen. Etwas befremdet waren wir von dem anfänglich sehr gepflegten Weg, den Picknickbänken mit Abfalleimern, es sah alles irgendwie sehr "deutsch" aus. Gewundert hätten wir uns nicht, wenn sie das Gras noch mit dem Rasenmäher gemäht hätten ...

Terrassenfelder bei Lamaceiros

Terrassenfelder bei Lamaceiros

 

eine knappe Stunde weiter änderte sich das Bild (endlich) und die Umgebung sah ganz anders aus - wilder, "unordentlich" - wunderschön eben.

Als der erste Tunnel erreicht war, den wir knappe 10 min. durchgehen mussten liefen auch immer weniger Menschen mit.

Ohne Taschenlampe war die Tunnelbegehung nicht möglich.

Ein weiterer kürzerer Tunnelgang folgte dann alsbald, bis wir dann an einem Wasserhaus ankamen.

grüne Oase - Farne

 

 

Immer schön der Levada entlang - links davon sieht man die Abzäunung für Nervenschwache ;-)

Nun ja, diesen ganzen Weg ging es dann auch wieder zum Ausgangspunkt zurück.Landschaftlich war das natürlich grandios, überall blüht es wie verrückt und die Luft war angenehm frisch in dieser grünen Lunge!

 

Unsere Note: 2

 

 


 

Von Rabaçal zu den 25 Fontes (Quellen)

 

Im Rother-Wanderführer wird von einer Bilderbuchtour im Quellgebiet des Hochlands gesprochen. Möglich, dass man das so sehen kann.

eine der Quellen

 

Uns ist diese Tour allerdings recht schnell verleidet, weil man UNUNTERBROCHEN damit beschäftigt war, anderen, entgegen kommenden Wanderern auszuweichen. Scheinbar ist dieser Wanderweg ebenso wie der Weg hoch zum Pico Ruivo das absolute MUSS, wenn man nach Madeira kommt.

 

Doch wir kamen an dem Felsenkessel der 25 Quellen - wenn auch etwas genervt - letztendlich an.

Und bekamen sogar ein Bild ohne Menschlein drauf!Der Rückweg war dann noch beschwerlicher, Horden von Franzosen quetschten sich an uns vorbei.

Die kennen nichts - einfach drauflos, ohne Rücksicht auf andere.

 

Rocco von den 25 Quellen

 

"Rocco" setzte sich bei einer kleinen Rast fernab der Menschenmassen einfach mal so zu uns.

Wir hatten Kekse mit dabei, die er uns fast aus der Hand fraß, sowieso ist die Tierwelt hier sehr zutraulich.

Eine Eidechse war ganz scharf auf Kuchenkrümel und um an diese zu kommen, saß mir dieses kleine Urzeit-Tierchen plötzlich auf dem Schenkel!

 

Unsere Note: 3

 


 

Die große Küstenrunde von Paul do Mar

 

Bei dieser Runde konnten wir endlich einmal unsere Kondition austesten. Bisher wanderten wir lediglich an Levadawege entlang, was mich (Annette) zwischenzeitlich doch sehr langweilte. Ich brauche etwas, um mich auszupowern.

Und auch das war hervorragend auf Madeira möglich!

wer guckt da durch die Liebesblumen?

 

Wir starteten mit dieser Tour direkt an unserem Hotel und wanderten wie bei unserem ersten "Spaziergang" die Levada Nova entlang bis nach Prazeres entlang von Farn- und Kieferwäldern.

 

Nach langer Levadawanderung steigen wir in Prazeres davon ab auf die Hauptstraße von Prazeres.

Dort suchen wir den Weg zum Hotel Jardim Atlantico, von wo aus die Tour "eigentlich" startet.

Dieser Teil des Weges war wenig interessant und der Fußmarsch auf der Straße und in gleisender Sonne auch ein wenig beschwerlich.

Doch dann sollte es endlich wieder herrlich werden.

Auf einem Pflasterweg geht es nun sehr steil in Richtung Paul do Mar hinab.

 

Abstieg nach Paul do Mar

 

 

Opuntien in Hülle und Fülle beim Abstieg durch die Serpentinen zum Hafen von Paul do Mar

 

 

 

Am Hafen angekommen geht es jetzt an der (eher hässlichen) Strandpromenade entlang, an der wir dann auch in einem Gasthof einkehren, bevor es anschließend hoch hinauf nach Faja de Ovelha geht.

Am letzten Haus des Ortes geht es einen weiteren Pflasterweg hoch in Richtung Faja de Ovelha. Es folgt ein langer, steiler Anstieg durch ein Meer von Agaven und Opuntien.

Jetzt sind wir auch wieder der Sonne völlig ausgesetzt, genießen aber die sportliche Einlage bis zum noch weit entfernten Hotel in allen Zügen ;-)

Unsere Note hierfür: 1-2 (reine Gehzeit ca. 5 1/2 Stunden)

 


 

Die Halbinsel São Lourenço - felsige Landschaft 

 

In dieser zweiten Woche bezogen wir unsere nächste Unterkunft im Nordosten des Landes, in Porto da Cruz und im Hotel Costa Linda. Das konnte man mit dem ersten Hotel nicht so richtig vergleichen. Das Hotel ist viel älter, das Zimmer nicht annähernd schön und was ganz furchtbar war - gleißendes Licht bei Nacht von draußen. Zum einen werden die Lichter in Madeira des nächtens NICHT ausgemacht und zweitens hatten wir im Zimmer keine Möglichkeit, den Vorhang blickdicht zu bekommen.

Fels bei São Lourenço

Nach São Lourenço kommt man über eine serpentinenreiche Straße von Machico - übrigens einer kleinen süßen Stadt - durch einen Tunnel aus der grünen Insel direkt auf karges Felsland.

In der Nähe von Machico befindet sich direkt an der Steilküste gelegen der Flughafen Madeiras mit der spektakulären, auf Betonpfählen gebauten Rollbahn.

Der Raum unter den Betonpfählen der Start- und Landebahn wurde zu einem Sport- und Freizeitzentrum umgewandelt. Dort kann man Handball, Tennis und viele andere Ballsportarten betreiben.

Mich würde jedoch kein Mensch UNTER die Landebahn eines Flughafens bringen. Wie die Menschen das dort freiwillig tun können ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel.

Östlich von Machico befindet sich der Aussichtspunkt Pico do Facho. Von hier aus reicht der Blick über die Landebahn des Flughafens Santa Catarina im Westen und die Bucht von Machico über den Ort Caniçal hinweg bis hin zur Ostspitze Madeiras, der Landzunge Ponta de São Lourenço, die wir heute entlang wandern.







Die Landschaft hier auf dieser Landzunge kann gegensätzlicher zu der Landschaft außerhalb nicht sein. Hier gab es eine komplett andere Flora zu bestaunen als im übrigen Land.

Blumenwelt

Der Weg über diese Zunge verlief teilweise über einen felsigen Grat, was beim Zurückwandern teilweise etwas nervig war, wenn man hinter einem Strom Menschen herlaufen musste und man diese doch gern überholt hätte.

 

 

Aber das war schlecht möglich - und wäre auch etwas "daneben" gewesen.

Allerdings war es genau das, was mich teilweise an den Wanderungen auf Madeira störte.

Im Altersschnitt waren wir dann auch ganz weit unterhalb des Durchschnittes angesiedelt, was sich hin und wieder einfach bemerkbar machte.

Und im Schritttempo von Ü60-jährigen gehen zu müssen kann auf die Dauer ganz schön anstrengend werden.

Sao Laurenco

Über diese ganze Zunge führte uns der Weg, auf dem wir gnadenlos und ununterbrochen der Sonne ausgesetzt waren.

Dank der Sonnenschutzfilter, ohne die man hier dermaßen verbrannt wäre.


engste Stelle, aber abgesichert

Hier auf dem Bild ist die engste Stelle erreicht, von der es links und rechts des "Grats" je fast 100 m hinab geht.

Einige Zeit danach erreichten wir das Casa do Sardinha, welche wie in einer Oase liegt und von Dattelpalmen umringt ist.

Die Landschaft hier ist in schönsten Rost- und Currytönen "eingefärbt".

Nachdem wir den Rundweg verlassen haben geht es an das letzte Steilstück des Wanderweges, jetzt beginnt der steile Anstieg zum Pico do Furado, bei dem Wanderstöcke absolut hilfreich sind.

Es ist immer wieder interessant mit ansehen zu müssen, dass es einige Menschen gibt, die auch solche steilen Anstiege auf erodiertem Stein in TURNSCHUHEN begehen. Manchmal könnte einem das Herz aussetzen, wenn man sieht, wie die rutschen oder sich völlig unsicher auf dem Stein bewegen.

Oben auf dem Pico angekommen, genießen wir einen Wahnsinns-Ausblick - auch auf die Nachbarinsel Porto Santo.

Auf fast demselben Weg geht es dann auch wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Unsere Note: 2

 

 

Der "Balkon" von Ribeiro Frio

Laut Rother ist das einer der bekannteste Aussichtspunkte der Insel - deshalb wird aber auch darauf hingewiesen, noch vor 11 Uhr dort zu sein, bevor sämtliche Heerscharen von Bussen hier einfallen.

Da hatten wir wohl ein wenig Pech, zumal wir davor in Funchal einen kleinen Abstecher hin machten.

In der Tat waren wir mit einer ganzen Menschenhorde unterwegs, wobei man eingestehen muss, dass der Weg sehr nett zu gehen war. Leider gab es am Aussichtpunkt, dem Balcões dann wegen des Wetters außer Nebel nichts zu sehen. Schade.

Unsere Note: 3

 


 

Vom Caniçal-Tunnel nach Porto da Cruz

 

Die wohl schönste und unvergesslichste Tour auf Madeira führte uns über einen abenteuerlichen Klippensteig, der uns einiges an Nerven kostete.

hier geht es rauf

Boca do Risco

Nach einer 1,5 stündigen Wanderung auf einem bequemen Pfad entlang einer Levada erreichten wir den Boca do Risco. Nachdem der Pass überquert war folgten wir noch dem schönen Küstenpfad leicht abwärts und in schönem "Baumheide-Urwald".

Man fühlte sich seeeehr sicher, weil man den abschüssigen Hang nicht sehen kann.

Dumm nur, wenn man seinen Fotoapparat zückt, um ein schönes Blümlein zu fotografieren und dabei "einfach nur ein wenig in den Busch tritt" - und plötzlich bis zu den Knien im Busch versinkt, weil darunter "nichts" mehr ist!!! Wir haben uns beide wahnsinnig erschrocken.

Von hier aus sah man dann auch den Küstensteig (siehe Pfeil), über den wir gehen wollten.

 Küstensteig

Wollten wir wirklich? Bei diesem Anblick konnte es einem dann schon ein wenig anders werden. Mit einem Kribbeln im Bauch gingen wir dann in höchster Konzentration über diesen Pfad, bis wir an eine Stelle kamen, an dem mein Guido fast das Herz stockte.

Sieht harmlos aus, war es aber ganz und gar nicht!

 

 

 

Ein Bergrutsch hatte 2005 hier den Pfad zerstört und als Sicherung wurde einfach ein Seil gespannt, an dem man sich dann festhalten konnte.

Die Stelle war insofern recht pikant, als man von hier aus einige hundert Meter nach unten stürzen konnte.

 

 

 da kommen wir her! WahnsinnGanz hinten auf diesem Bild kann man noch ein Stück von Sao Laurenco erkennen.

Wir können es kaum fassen, an dieser "Wand" entlang gegangen zu sein.

Ein erhebendes Gefühl ;-)

Die schwierigsten Passagen sind hinter uns, der Weg führt weiter durch ein Eukalyptuswäldchen, es ist wieder sehr feucht und wir mussten beim Gang über schlüpfrige Stufen aufpassen, nicht auszurutschen.

Von jetzt ab wurde der Weg dann auch wieder breiter, er ging dann auch bald schon in einen Fahrweg über und bald erreichten wir den Ort Larano.

Porto da Cruz immer im Blick lassen wir uns jetzt sehr viel Zeit um zu gucken und gemütlich zum Hotel zurück zu schlendern.

Unsere Note trotz einiger "Schocks" zwischendurch: 1+

 



Vom Caldeirão Verde (4 1/2 Std.) bis in den Höllenkessel Caldeirão do Inferno (+ 2 Std.)


Santana-Häuschen

Das nächste Highlight! Diese Tour in den "grünen Kessel" zählt zu den spektakulärsten Levadawanderungen der Insel. Die Levada ist hier zum größten Teil in eine Felswand eingeschlagen, weshalb die auch gerne mal 2 Meter tief ist.

Ein "Santana"-Häuschen, die man hier noch im Original betrachten kann.

Der anfangs breite Levadaweg wird im Verlauf der Tour immer enger, mitunter muss auf dem 30 cm schmalen Mäuerchen balanciert werden.

Diese Tour begeht man komplett im "feuchten" Nebelurwald der Insel. An den Wänden tropft es ununterbrochen hinein in die Levada - man kann sich von dem ganzen grün der Farne und Moose nicht satt sehen (na ja, ich zumindest nicht)

Wir queren an einem Picknickplatz einen Bach und kurz darauf die Pflasterstraße am Parque das Queimadas.

Bisher wandern sehr viele Familien zusammen mit uns auf diesem gemütlichen Weg, der dann aber plötzlich immer schmaler wird.

Abfallende Stellen von bis zu 100 m geht es jetzt hinunter, wobei man sich in Sicherheit wiegt, weil dichter Bewuchs den Weg säumt.

Caldeirao do Inferno

Es folgen einige schwindelerregende Stellen, die aber immer mit Drahtzäumen (die zwar im Ernstfall nichts halten, aber für die Psyche doch schwer hilfreich sind!) gesichert sind.

Mitunter durchqueren wir auch hier auf dieser Wanderung einige Tunnels, die teilweise recht unangenehm zu durchgehen waren, weil das Wasser ziemlich hoch darin stand und es auch recht glitschig wurde.

Einige Zeit nach dem 4. Tunnel stehen wir in dem beeindruckenden Caldeirão Verde.

 

Doch jetzt begann erst der wirklich beeindruckende Teil der Tour!

Der schwindelerregende Levadaweg ist stellenweise NICHT gesichert, weshalb man absolut schwindelfrei und trittsicher sein muss!

 

 

 

Abgründe

Das sieht SO ja schon ziemlich harmlos aus. Auch ist hier der Weg schön eben, aber das war nicht die ganze Zeit so angenehm.

Der Caldeirão do Inferno selbst empfanden wir als weniger spannend, das Wetter machte uns wieder einmal einen Strich durch die Rechnung - es war superdiesig und regnete ein klein wenig.

 

 Riesige Bäume

Auf dem Rückweg sahen wir plötzlich diese riesigen, mächtigen Bäume, deren Äste selbst dick wie sonst die Bäume in unseren Wäldern sind.

Absolut gigantisch!

 

 

Alles in allem war das jedoch  eine absolut grandiose Wanderung, ein wirkliches MUSS!

Unsere Note: 1+

 

Die letzte Wanderung von Camacha nach Sítio das Quatros Estradas haben wir nach einer Gehzeit von 1 Stunde in Boqueirao wegen Regen abgebrochen ...