:::: Anakrusis :::::

12. Etappe: Luckenwalde - Startpunkt Brandenburg an der Havel (108 km)

 

Zur heutigen Etappe gibt es nur zu sagen, dass wir diese einfach nur stramm durchgefahren sind, das letzte Stück der Strecke auf einer Bundesstraße. Und zwar AUF dieser! Wenn auch nur für ca. 2 km - das war die absolute Horrorfahrt! Dieses letzte Stück fuhren wir in Richtung Brandenburg, links neben der B verlief der Radweg. Und plötzlich .... hörte dieser einfach auf, eine Markierung von der Straße weg in diesen Radweg erfolgte von der selben Seite, soll heißen: Wir mussten irgendwie auf die andere Straßenseite kommen!

Das Problem dabei war nur, dass die Straße mehr als VOLL war. Herrje, was ist denen bloß da eingefallen? So etwas können nur Leute planen, die keinen Plan vom Radfahren haben - und sich eben diese am liebsten UNTER einem Auto sehen Schreien

Pension am  Jungfernstieg in Brandenburg

Schlussendlich sind wir dann aber gut in Brandenburg angekommen und sind zum Bahnhof gefahren, um für den nächsten Tag Tickets zu holen. Im übrigen fuhren wir mit einem "Quer-durchs-Land-Ticket" für 41 Euro einmal quer durch Deutschland nach Hause.

Nachdem Guido die Tickets hatte machten wir uns auch gleich auf die Suche nach unserer letzten Unterkunft auf unserer Reise, der Pension am Jungfernstieg, einmal mehr eine Bett & Bike Unterkunft.

Und meiner Meinung nach auch die schönste. Nicht, weil das Zimmer jetzt besonders schön war - das Ambiente war einfach großartig!

Nachdem wir uns geduscht hatten machten wir uns bei strahlend blauem Himmel auf in Richtung "Inder". Der wurde uns vom Hauswirt ans Herz gelegt. Und was soll ich sagen. Ein klasse Tipp! Das Essen war wunderbar, wir waren Gott sei Dank frühzeitig dort, kurze Zeit später hätten wir keinen Platz mehr ergattert.

Später schauten wir uns das Städtchen noch ein wenig an - schade, dass es schon so frühzeitig dunkel wurde! Die Brücke über der Havel und die schönen Häuser am Fluß sowie die Gastronomie an eben dieser Stelle wie wir sie sahen erinnerten uns doch stark an unser Tübingen :-)

Toll war jedenfalls, dass so viel los war an diesem Abend. Das lag aber vor allem auch daran, weil eine riesige "Shopping-Mall" in der Stadt neu aufgemacht hatte. Den Abend ließen wir in der wohl besten Eisdiele der Stadt ausklingen. Wir kamen bei soviel um uns herum servierten Eisbecher gar nicht mehr aus dem Staunen heraus. 

 

Anakrusis' Übernachtungsbewertung

 

 

 Bewertung1 (dürftig) bis 10 Punkte (erstklassig)
 Zimmer9 Punkte (nostalgisches, sehr nettes Ambiente)
 Radunterbringung10 Punkte
 Frühstück 10 Punkte (liebevoll hergerichtet mit netten Kleinigkeiten,
wunderschöner Frühstücksraum, sehr netter Gastwirt)
 Sonstigesliebevoll eingerichtetes Altstadtgebäude
 Hotel/PensionPension am Jungfernstieg - Brandenburg an der Havel
 Preis DZ/Frühstück
55 Euro

 

 

 

 

 

 

Nachlese ...

Unendliche Weiten, tolle Seen, schattenspendende Wälder, wunderbare Flora, tolle Steinkirchen und viel unberührte Natur ... absolutes Highlight der letzten 12 Tage ... die WAHNSINNIG GUTEN WEGE in Brandenburg! Na ja, ich freute mich (teilweise), dass der in den letzten 20 Jahren von mir einbezahlte Soli irgendwo auf diesen Strecken lag und von uns befahren werden durfte ;-)

 

Jetzt wäre es allerdings endlich an der Zeit, unsere Schotterpisten (gegrüßt seien alle Tübinger, die die Fürst- und/oder Eisenbahnstraße fahren MÜSSEN) einmal auf Vordermann zu bringen.

 

Ich schweife ab. Zur Tour ist noch zu sagen, dass sie für unseren Geschmack einfach ein klein wenig zu lange geraten ist. Nicht, weil wir nicht gerne so lange radeln, sondern weil irgendwann einfach "alles schon da war". Hört sich blöd an, aber bisherige geradelte Strecken veränderten sich alle 100 km mehr.

 

Etwas nervtötend war auch, dass der Bikeline-Radführer zur Tour von 2007 bereits komplett veraltet war. Teilweise gab es die Straßen nicht mehr, es wurde immer und überall noch gebaut. Es gab für Radfahrer kaum Umleitungsempfehlungen (SCHWACH!), was im Osten doch etwas problematischer war, da man auch gut mal 10-13 Kilometer fuhr, OHNE einen Ort anzutreffen. Wenn man dann nicht weiß, ob man richtig ist, weil einfach die Schilder fehlen, kann es schnell stressig werden, vor allem, wenn es schon später am Tag ist und man noch irgendwo eine Unterkunft benötigt.