Auf den Vesteralen
Unsere erste Erlebnisstation war Nyksund, ein kleines verlassenes Dorf (bei einer Ansammlung von einer Handvoll Häusern darf man schon Dort sagen), welches bei unserer Reise so gut wie ausgestorben war. Außer einigen Forschern gab es keine Einheimische mehr. Am 2. Tag hätte unsere Walsafari stattfinden sollen, die jedoch nicht statt fand, weil eine (?!) Person zu viel für das Boot angemeldet war. Die Alternative war eine Wanderung auf dem Königinnenweg von Nyksund nach Stø - eine wunderschöne Wanderung durch Moose, Fjorde und schöne Felshänge. Hier stand auch ein interessanter Radarturm, der von weitem aussah wie ein überdimensionierter Golfball! Unser netter sächsische Teamer servierte uns zum Abendessen eine typisch norwegische Spezialität "Rømme" - hört sich schrecklich an und das Schlimmste, es schmeckte auch irgendwie so - es erinnerte mich jedenfalls stark an Moltofill Spachtelmasse ;-) Aber hungrig mussten wir nicht ins Bett. | Unser Wal-Safari - Tag Ein Tag, den ich NIE vergessen werde. Und meine Köngener werden mir wahrscheinlich noch in 100 Jahren davon erzählen, wie ich über der Reling hing und versuchte, mich meines Mageninhaltes unfallfrei zu entleeren. Tja, was soll ich sagen. Pech gehabt! Und nicht über Deck! Mehr erzähle ich jetzt aber auch nicht mehr ... ist ja eklig! Nun, jedenfalls haben (fast) alle der 15 Leutchen Pottwale mit "Fluke aus dem Wasser" gesehen. Ich durfte danach die Bilder anschauen. Kurzer Anriss: Das Boot (Bötchen) schaukelte etwa zwei Stunden bis es erst einmal „Anda Fyr“, eine kleine Insel, erreicht hat, auf der sich viele Robben und noch mehr Seevögel aufhalten. (Ich war da schon ganz benommen und konnte mich schon nicht mehr für die Vögel begeistern). Weitere zwei Stunden später erreichten wir dann erst die Meeresabbruchkante. Insgesamt dauerte dieser Ausflug geschlagene 9 Stunden! Unglaublich, wie man dann an Land nach einem solch langen Ausflug auf dem schaukelnden Boot torkelt! |
Endlich geht es auf die Lofoten  Wir verlassen die Vesteralen und fahren endlich Richtung Lofoten.Wir setzten auf der Fähre um in Melbu und kamen dann eine halbe Stunde später in Fiskebol an. Die Landschaft ist komplett anders, man kommt aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Moosbewachsene Berformationen, wohin das Auge reicht! Und egal, wo man fährt, es geht immer einen Fjord entlang! Die erste Station ist Svolvaer, die Hauptstadt der Lofoten mit der berühmten "Svolvaer-Geiss", einem Felsen, der an Geißenhörner erinnert. In Kabelvag steht die größte Kathedrale (für 1200 Menschen!) der Lofoten. Nächster Besuchspunkt war Storvagan mit dem Lofot-Museum, dem Aquarium und einer Galerie mit Zeichnungen von (meiner Meinung nach schwer deprimierten) einheimischen Künstlern. Anschließend fuhren wir in das wundeschöne Henningsvaer, das seinem Namen "Venedig des Nordens" alle Ehre machte. Hier konnten wir herrliche Stimmungen einfangen (der Himmel siehtalle naslang anders aus) und die toll geschmückten bunten Häuser anschauen. Allein die Stockfisch-Lagerhallen sahen ein wenig furchteinflößend aus mit diesen vertrockneten Fischen. Wir erreichten unser Sjoehus in Maervollen am frühen Abend in in herrlichem Sonnenschein. Die Hausaussicht fällt direkt in den Fjord und gegenüber auf bizzarre Felsformationen. Wahnsinn! |
Wanderung über die Berge von Unstad - Mitter"nachtswanderung" von Eggum nach Unstad

Der nächste Tag startete mit einer Wanderung über die Berge von Unstad, die nicht "ohne" war. In unseren Breiten findet man überall Wege, die vorher schon begangen wurden. Hier schlägt man sich durch Oberschenkelhohe Farn"wälder" durch und läuft bestenfalls einmal über Schafpfade. Nach dieser 4stündigen Wanderung hatten wir im Anschluss unseres Abendessens noch die Idee, die Wanderung von Eggum nach Unstad noch HEUTE Nacht zu machen. Gesagt, getan. Wir hätten ja nicht gedacht, dass dies noch in Schwerstarbeit ausarten würde. Anfangs verlief die Strecke noch gemütlich entlang der Küste, vorbei an tollsten Skulpturen, die Künstler hier aufgestellt hatten, bis wir dann erste kleine Klettertouren über Felsen erstiegen. Ah jeeee, und das mitten in der "Nacht". Gegen 23 Uhr kamen wir endlich in Unstad an - diese Nacht schliefen alle wie tonnenschwere Steine. Von Eggum nach Unstad |
Wanderung auf den Matmora 
Diese Tour war bisher die längste und auch schönste. Wir stiegen über unwegsame Schafpfade nach oben, was zwar sehr steil und anstrengend war, aber wohl doch noch zum gemütlichen Teil gehörte. Als wir die Hälfte der Höhe (400 m) erreicht hatten, wurden wir mit einem grandiosen freien Blick über Bergketten und türkisfarbenes Wasser belohnt. Die nächsten 4 Stunden der Wanderung ließen sich ruhig an, stundenlang ging es eher stetig nach oben, bis die "Grat"wanderung folgte. Als wir auf dem Gipfel standen und nach unten schauten dachte keiner von uns dass wir DA heil runterkommen würden, aber unser Teamer meinte nur ganz lapidar "keine Sorge, es geht". Himmel! Steiler hätte es dann auch wirklich nicht sein dürfen. Eine der beiden Abstiegsstunden gingen zweifellos mächtig auf die Knie. Als wir es dann fast geschafft hatten, passierten wir noch einen richtigen "Trollwald" - verwunschener hätte man sich den nicht vorstellen können! Gegen 20 Uhr fuhren wir dann zu unserem ersten und einzigen Restaurantbesuch nach Henningsvaer. Unfassbar - für ein Lettöl und eine Fischsuppe bezahlte ich umgerechnet 20 Euro! dringendes Ausruhbedürfnis nach 4 Stunden Anstieg auf den Matmora! | Der nächste Tag - Faulenzia und das Wikingermuseum in Borg
Endlich ein Tag zum Faulenzen - schließlich sind wir im Urlaub und da darf dann ruhig auch mal NICHTS erwandert werden. Soll ja nicht heißen, dass man komplett untätig wäre. Waren wir auch nicht. Wir frühstückten heute draußen - in diesem Jahr war in Deutschland die "Jahrhundertüberschwemmung" - und wir hatten hier täglich um die 20-25 °C! Die Außenanlage des Museums war nicht sonderlich spannend, aber die Führung war dann doch sehr interessant. Es wurde gezeigt, was und an welcher Stelle im Langhaus das Leben früher statt fand. Schön war auch, dass man alle Ausstellungsstücke auch in die Hand nehmen durfte. Die Kapelle von Sildpollnes |
Bilderhaftes Sund und tolle Rorbuer in Mærvollen  Abfahrt von Maervollen in Richtung Flakstad, duch den Nappstraum-Tunnel. Unsere erste Station heute war das verträumte Sund, welches in einer wunderschönen Bucht liegt (siehe unten) Im Hintergrund die Berge und sehr spannend zu beobachten, die einströmende Flut, die in den kleinen Hafen zurück strömte. Hier auf der Insel besitzt nicht jedes Haus einen Briefkasten, sondern hier gibt es "Briefkastenfronten" - was damit gemeint ist, sieht man unten auf dem Bild ;-) süß verkitschte Briefkästchen!  Später erreichten wir Moskenesoy und bezogen unser Rorbuer am Spätnachmittag.Welch eine Überraschung!Wir sind in zwei wunderschönen Hütten untergebracht - im Vergleich zu unserer letzten ist das hier der wahre Luxus! Ich darf im Hochbett schlafen - suuuuper! malerisches Sund |
UNESCO-Kulturerbe Nusfjord und die wunderschöne Kvalvik-Bucht
Am nächsten Tag machten wir uns auf in Richtung Vikten,wo es eine Glashütte zu besichtigen gab. Die Ausstellungsstücke waren jetzt nicht so meins, aber doch nett anzuschauen. Die "Hytta" selbst und das Haus gegenüber waren architektonisch allerdings eine absolute Augenweide, ebenso der arktische Mohn, der vor den Häusern in leuchtendem orange blühte!
Die heutige Wanderung beginnt in Kilan, bzw. bei Kilan mitten in der Pampa. Ein stetig leicht ansteigender Pfad führt uns durch die wunderschöne Flora hinauf, von oben haben wir dann einen superschönen Blick hinunter auf einen See, der umringt von Bergen ist und einen Fjord, dem wir dann noch eine Weile auf der Straße bis nach Nusfjord folgen. Nusfjord selbst ist sehr nett und zählt zum UNESCO-Kulturerbe, wobei mir hier nicht ganz klar ist, warum. Die Schlacht von Njusford Nach einem kleinen Kaffeestopp geht es weiter über matschige Moorwege durch moosbewachsene Felslandschaften, über Felsen an der Küste zum winzig kleinen Nesland, in dem es 4 "Trollkessel" zu besichtigen gibt. Schade, die Trolle hatte niemand gesehen, so dass wir den Tag heute nicht mit einem Troll-Inn Meeting beendeten, sondern nur mit einem selbst zubereiteten Kabeljau. | 
Nach einem grandiosen Frühstück in gleisender Sonne geht's recht früh schon los - heute ist die Kvalvik-Bucht unserer Etappenziel . In der Nähe von Fredvang geht es gemütlich los, sanfte Anstiege mit "richtigen" Pfaden. Wir haben einen herrlichen Ausblick über die erste Buch, einige sind mutig genug, hier zu baden. Stimmt schon, das Wetter ist wunderschön, aber ich bin da ein zu großes Weichei (bei mir braucht es eine Wassertemperatur von mind. 30 °C). Danach geht es über riesige Felsen mit Klettereinlagen (inkl. Ketten und Seil) zurKvalvik-Bucht, die nicht ganz so herrlich ist wie die erste, dafür aber um so belebter. Sogar 2 Kiter sind hier unterwegs. Einige aus der Gruppe möchten noch auf einen weiteren Berg, ich für meinen Teil ziehe es vor, mich an den Sandstrand zu legen und "Urlaub zu machen". Die Kvalvik-Buch |
Fischereidorfmuseum Å - und der Aufstieg auf den Reinebriggen Und wieder einmal mehr können wir unser Frühstück in der lofotischen Morgensonne bei angenehmen Temperaturen einnehmen. Unser erstes Ziel ist das Fischereidorfmuseum in Å (dieser Ort hier heißt wirklich so!) - dort befindet sich eine alte Bäckerei, in der wir Zimtschnecken und Rosinenbrötchen bekamen. Sehr lecker! Wir bekamen eine Führung durch das Museum, es wurde ein original Rorbu angeschaut, ein Bootshaus, in dem auch gezeigt wurde, wie man Netze macht und auch desinfiziert. Alles in allem ganz nett anzuschauen. Am späten Nachmittag ging's los auf den Reinebriggen - sehr steil im Anstieg aber endlich genau das, was mir bisher ein bisschen gefehlt hat. Die Aussicht von dort oben über die Fjorde ist grandios!  
| Der Blick hinab vom Reinebriggen auf Reine Das einzig dumme, was mir dann noch passiert ist war, dass ich doch tatsächlich aus Unachtsamkeit - nach Begrüßung zweier weiterer Wanderer - auf dem Weg nach unten gestürzt und mit verletzt habe. Nicht schlimm, mehr oder weniger nur ein Kratzer und zwei blutende Fingernägel. Dumm jedoch deshalb, weil mein Kreislauf dann etwas mit mir macht, das ich nicht kontrollieren kann. Ich war allein, mit wurde schlecht und dann noch schwarz vor Augen. Panik Infernale! Und - es gab ja keine Möglichkeit, sich hinzusetzen, geschweige denn, hinzuliegen! Gott sei Dank kam dann Evelin von oben und schulterte mich mit meinen Beinen erst einmal (gelernte Krankenschwester), so dass ich in die waagerechte kam ... nach unserer Walsafari ein weiterer, "denkwürdiger" Tag, den ich nicht so schnell vergessen werde. und rechts daneben - Reine mit Blick auf den Reinebriggen |
Puppenmuseum in Sakrisøy - große Wanderung durch einzigartige Landschaft Die erste Station des heutigen Tages führt uns nach Sakrisøy zum dortigen Puppenmuseum. Na ja, ganz nett, schweineteuer - und aus meiniger Sicht überflüssig. Aber für alles kann ich mich eben auch nicht begeistern. Dann aber begann unsere superschöne 6-Stunden-Tour, die Sørvågenwanderung, vorrbei am Studalsvatn in Richtung Munkebu nach Dupfjordheia und dem Abstieg nach Moskenes - durch die bisher schönste lofotische Landschaft. Viele Seen in schwindelnder Höhe, riesige Wollgrasfelder, "Neon" Flechten auf den Felsen, viele wunderschöne saftige Moose und nach dem Abstieg kamen wir dann noch durch eine Art "Urwald", die bisher faszinierendste Landschaft hier, wenn auch etwas glitschig. Über hohe Gräser, Farne, krumm gewachsene Bäume, vielen Beeren, Moosen und sonstigen Sumpf-Pflanzen. Farbenrausch Letzte Station ... der Gezeitenstrom Saltstraumen In Moskenes angekommen, dirigiert man uns gleich in eine Fähre, die jedoch erst einmal Zwischenstopp auf Værøy macht, bis wir dann nach fast 5 Stunden Fahrzeit endlich in Bodø ankamen. In Knapplund sollten wir dann auf dem Saltstraumen-Campingplatz unsere letzte Nacht in Norwegen verbringen. Verwöhnt von unserer Rorbuer auf Hamnøy waren die Hütten auf dem Campingplatz wieder ein kleiner Rückschlag. Die waren zwar nett eingerichtet, aber um einiges einfacher als bei unserer letzten Schlafstätte. | | 
Nach dem Abendessen gingen wir dann Richtung Saltstraumen, der am heutigen Tag gegen 20:44 den stärksten Durchfluss hat. Das ist schon ein wahres Spektakel, anzuschauen, wie sich das Wasser durch die etwa 150 m Breite zweint und welch eine große Kraft da einwirkt! In der Mitte des Stromes sieht man eine glatte Oberfläche, rechts und links davon bilden sich Wirbel, bzw. Strudel, die wohl alles mitreißen, was sich darin befindet. Am Himmel komponierte die Sonne mit den Wolken zusammen eine wunderchöne "Melodie". Alle paar Minuten sah der Himmel anders aus, ein faszinierendes Schauspiel. In dieser Nacht färbte sich der Himmel blutrot! Am nächsten Morgen machten wir uns nach wundervollen zwei Wochen Farbenrausch, jeder Menge gewanderter Kilometer, unendlichen Weiten, netten Menschen usw. usw. wieder auf in Richtung Heimat. Ein weiteres Mal Norwegen wird dann mit unseren Rädern besucht! der Strudel des Saltstraumen | |