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Würzburg – Waldbrunn (oder auch: die Odyssee von Würzburg!) 1. Etappe, 26.05.2009 (10 km, letztlich 50 km) Um 9:37 Uhr fuhren wir mit dem Zug von Tübingen über Stuttgart nach Würzburg. Schon heute morgen hing der Himmel über Tübingen schief, so dass wir froh waren, noch trocken in den Zug zu kommen. Gerade als wir einstiegen, brach auch schon ein ordentliches Gewitter los. Nach 3 ½ Stunden Fahrt in wirklich sehr guten Fahrradabteilen sind wir (mit dem Ba-Wü Ticket) im bewölkten und leicht verregneten Würzburg angekommen.
Ab dann begann unsere kleine Odyssee. Der beschilderte Fahrradweg war – wie beschrieben – direkt am Bahnhof zu finden. Wir fuhren entlang der Innenstadt von Würzburg immer schön neben den glitschigen Straßenbahnschienen brav den Schildern nach bis zum ersten unverständlichen Punkt. Nachdem wir uns nach kurzem Überlegen für eine Richtung entschieden hatten, kamen wir nach ein paar geradelten Metern exakt wieder beim Hauptbahnhof raus! Super. ...also noch mal der gleiche Versuch, jetzt schon ein bisschen entnervter. Beim entsprechenden Schild ging es in die nächstbeste Richtung, wobei wir aber nach kurzer Zeit gemerkt haben, dass dieser Weg auch nicht der richtige sein kann. Also wieder zurück und mal in Ruhe auf die Karte geguckt.
Da gerade der Himmel wieder seine Schleusen öffnete, warf ich nur einen kurzen Blick auf den nächsten Ort an einem Fahrradweg (der war Gott sein Dank ausgeschildert) und schon ging es los. Immer dem Main entlang, bis uns nach ca. 4 km eine Gänsefamilie entgegen kam, die unbedingt fotografiert werden wollte. Die Zeit des Shootings habe ich dann damit verbracht noch einmal einen Blick auf die Karte zu werfen. Da fiel mir dann auf, dass wir auf dem Main - Radweg unterwegs waren und nicht auf der Romantischen Straße. Gott sei Dank war der Umweg nicht so lang und zum Glück gab es die Gänse… Also zurück auf den wohl miesest ausgeschilderten Weg den wir bisher befahren haben und auf die Suche nach dem richtigen Weg. Ich möchte jetzt nicht jeden km erläutern, den wir herum irrten aber es hat noch einmal eine ¾ Stunde gedauert bis wir dann endlich auf dem „richtigen Weg“ waren. Unfassbar. Dieser schlängelte sich dann stetig bergauf aus dem Maintal. Das Wetter wurde dann immer launischer (kalt und windig) und als wir dann in Waldbrunn ankamen haben wir uns kurz überlegt ob wir im hiesigen Hotel (Waldbrunner Hof) übernachten sollen, haben uns aber dann entschieden noch weiter zu fahren.
Nach dem von uns gefundenen Weg fuhren wir dann quer durchs Dorf bergab, bis wir zu einer Infotafel zur Romantischen Straße „RoStr“ kamen. Leider gab es bei der folgenden T-Kreuzung keine Wegweiser, so dass wir uns mal wieder entscheiden mussten. Leider mal wieder in die falsche Richtung, was uns schon wieder ein paar Kilometer Umweg gekostet hat.
Wenn man an einer T-Kreuzung in die falsche Richtung abbiegt, sollte man davon ausgehen, dass die andere Alternative die Richtige ist. In diesem Fall war dem aber nicht so, da wir nach einem ordentlichen Berg wieder direkt vor Waldbrunn heraus kamen. Da das Wetter und unsere Laune immer schlechter wurde, war uns klar, dass wir doch im Hotel „Waldbrunner Hof“ übernachten werden. Auf dem Weg dorthin haben wir dann aber unseren Fehler entdeckt. Versteckt hinter einem Baum stand ein zweites Schild zur RoStr, nur wies dieses in die entgegengesetzte Richtung als dem von uns gewählten.
Wir haben heute also fast 50 km abgeradelt, sind aber von Würzburg maximal 10 km entfernt. Das ist frustrierend und doof. Wir hoffen jetzt für morgen, dass nicht nur das Wetter besser wird, sondern auch die Beschilderung. Und noch eines ist richtig: Wir beide HASSEN Karten lesen ;-) Schließlich gibt es schöneres anzuschauen, vor allem wenn man sich auf die Wegkennzeichnungen verlässt. Vielleicht doch irgendwann ein GPS? Besser wäre es (für uns)
Hotel: Die Zimmer sind einfach, aber sauber und haben ein recht schönes Bad. Die 60 € für das Zimmer sind angemessen. Die Betten sind leider etwas zu weich. Da am Haus eine Metzgerei angeschlossen ist, war das Essen, das wir abends dort eingenommen hatten entsprechend deftig.
Anekdote:
Nachdem wir uns mal wieder in Würzburg verfahren haben, fragte ich in einem Kiosk bei einem netten türkischen Kioskbesitzer nach dem richtigen Weg. Derweil guckte mein Mann mal wieder in die Karte. Dies sah ein recht freundlicher Herr und bot direkt Hilfe an. In dem Moment kam ich und berichtete von dem richtigen Weg und wollte mich mit einem Blick auf die Karte noch einmal versichern.
Der Herr war wohl mit diesem Weg nicht zufrieden, den ich erfragt hatte und wollte uns quer durch die Botanik schicken. Als ich ein bisschen widersprach kam als Kommentar: „Lassen Sie mich doch jetzt auch mal was sagen. Sie können mir das ruhig glauben.“ Ein wenig überrascht von dieser Reaktion ließen wir den Mann reden und dann auch fahren und haben uns dann selbst auf „unseren“ Weg gemacht – der mir von dem freundlichen Kioskbesitzer als exakt und richtig erklärt wurde!
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