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Chile
Pucón - Ausflug zum Parque Nacional Huerquehue
Patagonien - am Grey Gletscher
Nationalpark Torres del Paine
von Punta Arenas nach San Pedro in der Atacama-Wüste
La Serena - unsere vorletzte Station im chilenischen Weinanbaugebiet
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SalarPunta ArenasOrchideen

 

Chile vom Süden in den Norden - mit Trekkingtour zu den Torres del Paine in Patagonien

Flug Frankfurt-Santiago de Chile mit 1,5stündigem Zwischen-Aufenthalt in Madrid

Schlafenszeit im Flugzeug - nur ist daran nicht zu denken, weil einer unserer zukünftigen Gruppe den ganzen Schwarzwald zusammensägt. Ich habe so etwas bis dato noch nicht erlebt. Das kann ja heiter werden. 

Nach unendlichen Stunden kommen wir endlich in Santiago an -  der erste kurze Besuch gilt dem  San Cristóbal Hügel, den wir mit einem ruckenden Bähnlein hochfahren. Die Aussicht über die Stadt von dort oben ist grandios. Wir befinden uns 290 über dieser Metropole und sind schwer beeindruckt. 

Später besuchen wir noch einen netten kleinen "Krämermarkt" und trinken unser erstes Bier in einer gemütlichen Kneipe mitten in Santiago.

Gegen Abend fahren wir ab der Metro - Station "Terminal Los Héroes" auf Bahnsteig 9 mit dem Schlafbus Richtung Pucón. In Deutschland habe ich noch keinen solch noblen Bus gesehen. Das hatte fast etwas luxuriöses!

Santiago de Chile

Abendstimmung in Santiago de Chile

 

Morgens gegen 8 Uhr kamen wir in Pucón an und bezogen unser erstes Hospedaje, das Majorie in der Straße Brazil. Die Mittagszeit verwendeten wir für einen Stadtrundgang und einer kleinen Shopping-Tour in die netten Läden, bevor es gegen Abend zur "Kleidungs-Anprobe" für die Besteigung des 2850 m hohen Vulkanes Villarrica ging, den wir am nächsten Tag hoch wollten.

In diesem brodelt es heute noch wie in einer Hexenküche.

Mit leckerstem Wein und guten, selbst gegrillten Köstlichkeiten beendeten wir unseren ersten richtigen Urlaubstag in Chile.

Villarrica Blick auf den Villarrica, den wir am nächsten Tag besteigen sollten ....

Und los ging es dann auch schon um 6 Uhr morgens - Katzenwäsche mit eiskaltem Wasser, schnell einen Kaffee getrunken, einen Wecken belegt, Wasser in die Flasche gefüllt und los ging's zum Vulkan-Trip

Mit unserer Gruppe waren nochmal mindestens 20 andere Leute, die alle ihre Tour-Klamotten bekamen.

Mit allem eingedeckt, saßen wir eine Stunde später in einem Mini-Bus, der uns auf eine höhe von 1400 m brachte. Nach dem Ausstieg dort am Fuße des Vulkans bekam jeder noch seinen Eispickel, dann saß ich auch schon mit Guido im Sessellift, welcher uns 400 m nach oben beförderte. Immerhin.

Die Guides erklärten uns, wie wir mit dem Eispickel den Schnee hoch kommen und wie wir uns abbremsen können, falls man stürzt. Gute Aussichten! Und dann noch, wie man beim Absteig auf dem Hosenboden bremsen kann. Dann ging es endlich los. Ich wollte in jedem Fall mit der schnelleren Truppe gehen, was dann auch klappte. Anfangs marschierten wir ganz gemächlich und ruhig nach oben, wir machten nur eine kurze Rast und dann ging es komplett hoch. Am Krater oben angekommen, packte unser Grüppchen erst einmal belegte Brötchen, Bananen, Äpfel und Süßigkeiten aus und dann genossen wir das leckere Mahl, bevor wir die wundervolle Aussicht von dort oben herunter auf das Villarrica-Gebiet bis hin zum Vulkan Osorno, den man dank wolkenlosem Himmel und trotz großer Entfernung direkt vor uns sehen konnte.

Wir gingen einige Zeit später einmal rings um den Krater, de mit seinen 200 m im Durchmesser und einer Tiefe von 100 m doch schon recht imposant war - und vor allem auch ziemlich eklig schwefelig dampfte.

Dann kamen die Schneehosen und die Handschuhe zum Einsatz. Was dann kam hatte mich zuerst schwer entsetzt - wir sollten diesen steilen Vulkan auf dem HOSENBODEN runter! Gebremst wurde mit dem Pickel! Nach anfänglicher Unsicherheit schossen wir dann aber alle mit immer größerem Vergnügen auf dem Schnee hinunter. Das war eine Mords-Gaudi!

 



 

Pucón - Ausflug zum Parque Nacional Huerquehue 

 

Unsere heutige Tagestour führt uns in den Parque Nacional Huerquehue. Dort angekommen nahmen wir als erstes unser Frühstück ein, ganz früh am Morgen gab es lediglich 3 Löffelchen Müsli mit einer Tasse Kaffee, von daher konnte man das gut brauchen. Wir gingen hoch zum Bergsee Lago Verde und wanderten im schönen Wald, den man von unseren Wäldern insofern unterscheiden konnte, dass man hier einige Araukarien sieht.

Nach der Rückkehr an dem Gasthaus pausierten wir wieder einmal mehr bei einem leckeren, selbst gemachten Erdbeer- und Apfelkuchen.

Nationalpark Huerquehue

Anschließend fuhren wir weiter mit unserem Minibus zu den heißen Quellen, die vom Villarrica gespeist werden. Das Baden darin war bei dem heißen Wetter an dem Tag nicht so wirklich erfrischend, trotzdem blieben wir eine längere Zeit dort und sonnten uns auch mal zwischendurch auf den riesigen Felsblöcken.

Abends gab es ein köstliches Heiligabendmahl mit Meeresfrüchten, Fisch, Brot, Salat und Nudeln - und dazu natürlich Pisco Sour. So kann man den Heiligabend doch auch mal genießen ;-)

Am ersten Weihnachtstag bummelten wir noch ein letztes Mal in Pucón herum und kauften letzte Kleinigkeiten vor unserer Patagonien-Trekking-Tour am übernächsten Tag. Ich hatte bis dahin natürlich noch keine Sonnenbrille, auch musste noch Geld gezogen werden. Morgen geht es weiter in Richtung Puerto Montt.

Nach 4 Tagen Pucón bin ich froh, dass wir dann endlich wieder weiter fahren, um neue "Welten" zu erkunden. In Valdivia stoppten wir, um einen Fischmarkt zu besuchen, auf dem alles mögliche Kleingetier kreuchte und fleuchte. Und dann sahen wir sogar Seekühe vor denn Betonvorsprüngen am Markt!

Hexenküche

Puerto Montt, ein auf deutsche Einwanderer zurückgehenden Ort, erreichten wir im Regen. Unser Gepäck war im Anhänger von "Vater und Sohn" (die fuhren uns in dem kleinen Minibus) und wollte bei der Ankunft am Schlaflager nicht mehr aufgehen!

Wir machten uns auf nach Angelmó, um Kunsthandwerkermärkte zu besichtigen und um letzte Kleinigkeiten für die Tour einkaufen zu gehen.

 


 

Patagonien - am Grey Gletscher

Früh am nächsten Morgen flogen wir los zum vermeintlichen Ende der Welt, direkt an der Magellanstraße in Punta Arenas, der wohl schönsten Siedlung Patagoniens. Weiterfahrt mit dem Bus nach Puerto Natales dem Ausgangspunkt unserer Trekking-Tour.

Dort gab es eine Überraschung. Unser Hospedaje "Casa Cecilia" wurde von einem gemütlichen Schweizer und seiner Frau geführt. Die Zimmer waren supersauber und schön.

Am nächsten Tag ließen wir die Dinge zurück, die wir für den Trek nicht benötigten und packten unsere Rucksäcke bis es dann endlich losging. 3 Stunden Busfahrt mit kleinen Stopps bis zu einem Hotel am Grey Gletscher, in dem wir unsere Rucksäcke für ein paar Stunden deponierten.

Dort bekamen wir auch das erste Mal den patagonischen Wind zu spüren. HEFTIG! Im nachhinein bin ich sehr froh, dass dies das einzige Mal war, an dem wir richtiggehend durchgewirbelt wurden. Später holten wir uns Gepäck und fuhren mit dem Boot zum Gletscher. 

blaues Eis am Grey-Gletscher

der Grey Gletscher

 

Hier gab es das schönste "Blau", das ich je gesehen hatte. Man konnte sich an dieser Kühle gar nicht satt sehen, so faszinierend war das!

Auch hatte ich das Gefühl, eine einzigartige Atmosphäre zu spüren. Ruhe .... Ruhe ... Ruhe ...

Wir fuhren dann weiter bis zu unserer Hütte, bzw. zu unserem Campingplatz, der sich direkt am Grey Gletscher befand.

Was für ein Platz! Der lag absolut idyllisch in einem kleinen Wäldchen, daneben gab es einen kleinen Grillplatz und Holzbänke. Was wollte man also mehr? Einzig schade war, dass die Hütte eigentlich überbelegt war und somit voller Menschen, die sich fast über die Füße liefen. So stellt man sich einen Ameisenhaufen vor.

Wir bekamen das "Puma" Zimmer, welches seinem Namen alle Ehre machte. Puuuuuuuh. Bis auf 2 Leutchen unserer Gruppe schliefen wir also alle in diesem einen Raum. Mal wieder. Gewöhnungsbedürftig irgendwie - aber auch heimelig.

Den Abend verbrachten wir draußen - unter anderem mit einigen Pisco Sour. Das Besondere daran: mit frisch gefischten Eis ;-))

Eisfischer am Grey Gletscher

 

 

 

Guido der Pisco-Eisfischer ;-)

Gegen 8 Uhr morgens standen wir auf, um unsere erste Tour entlang des Gletschers zu unternehmen. Eine wunderschöne Wanderstrecke führte uns durch zauberhafte grüne Wälder und über Bäche immer dem Gletscher lang, der mit jedem Meter den wir näher kamen imposanter wurde.

Etwa 4 Stunden waren wir unterwegs - dieses mal noch ohne Rucksack, da wir ein weiteres Mal im Puma-Käfig übernachteten :-) Das schönste einer solchen Tour ist für mich, mich DANACH unter eine Dusche stellen zu können. Das ist der pure Luxus, auch wenn die Duschen alle "unter aller Kanone" aussehen.

 

 





durch den Nationalpark Torres del Paine

 Orchideen

Die heutige Tour führte uns vom Campamente Grey in einer 9stündigen Tour bis nach Los Cuernos.

Unsere Tour führte uns über fantastische Gletscherseen in tollsten Tönen und wunderschöne Flora, halbhohe Büsche mit dicken, zackigen Blättern, eingesäumt von lila blühenden Pflänzchen, die hier buschartig blühen. Die Bäume mit ihren roten Büten - eine wunderschöne Farbenvielfalt.

 

Wunderschöne Orchideen

 

Gestrüpp

Die Strecke verlief ruhig, ohne riesige Höhensprünge, zumindest lief alles recht stressfrei ab. In der Hütte in Los Cuernos empfingen uns auch schon unser Teamer Carlo und Guido.

In der Hütte gab es 3 Etagenbetten, die oberste in schwindelerregender Höhe.

 

Der nächste Tag, am 31. Dezember 2003 führte uns durch die abwechslungsreichsteStrecke bisher. Hier gab es Sumpfgebiete mit Moorhühnern, jede Menge Felssteine und sandige Aufstiege.

Die Hütte Camping Chileno lag wunderschön in einem "rauschenden Fluss", der Schlafraum kann sich auch sehen lassen.

Neujahr haben wir dieses Mal 2x gefeiert - einmal nach MEZ, einmal nach chilenischer Zeit. Das chilenische Festmahl war wunderbar. Es gab gerollte Hühnchenrolle, Lammbraten, gebratenen leckeren Reis, Erbsengemüse, Lasagne (abgewandelt mit Rindfleischstücken), Tomaten, Gurken, Kartoffelsalat. Zum Dessert Schokokuchen die Torres(für Schokoholics wie mich!), Obstkuchen und und und. Dazu den leckersten Pisco Sour.

Anschließend tanzten wir noch mit den Chilenos Salsa und Merenque und begrüßten das neue Jahr 2004!

Der nächste Tag begann mit Regen. Ärgerlich, zumal wir heute die Torres hoch wollten! Draußen vor dem Chileno haben wir die Backpacker beobachtet, die gerade ihre Zelte zusammenrollten.

Es ist nach 13 Uhr, Langeweile kommt auf - wir warten immer noch auf besseres Wetter. Das Wetter wurde ein wenig besser und ein paar aus der Gruppe wollten doch hoch laufen. Ich war wohl die letzte, die hoch wollte - alle anderen waren vor mir. Und siehe da, mein sportlicher Ehrgeiz packte mich komplett.

Ich hatte alle eingeholt, bin teilweise sogar durch den Wald gelaufen (was ich normalerweise hasse wie die Pest!) - aber das lief so gut. Dann holte ich die ersten ein - und überholte.

Dann ging es richtig über Steinbrocken nach oben, ich übernahm die Führung und stieg einfach davon. Bei den Torres angekommen hatte ich mindestens 5 min. Vorsprung vor den anderen beiden. Ich freute mich wie ein Honigkuchenpferd und ein Gefühl von Stolz breitete sich in mir aus :-))))))))

 

Den Abstieg hinunter zum Chileno habe ich dann sehr genossen. Mein Tempo gehen, die Ruhe genießen (trotz vieler anderer Touristen. Als ich das Geröll hinter mich gebracht hatte fing ich wieder an zu joggen, der totale Glückshormon-Flash war das. Ein geiles Gefühl, durch nichts zu toppen. 

In der Hütte angekommen hätte es gleich weitergehen können. Keine Ahnung, woher die Power in den Beinen kam. 

Das war der letzte Tag im Nationalpark - am nächsten Morgen gingen wir ca. 1 1/2 Std. bis wir an die Stelle kamen, an der wir vom Bus abgeholt wurden. Übrigens sahen wir hier einen Kondor fliegen!!!!! Leider hatte niemand ein Bild gemacht. 

Zimmer im Pink House

Diesen Abend verbrachten wir noch ein weiteres Mal im Casa Cecilia bei dem Schweizer, bevor es dann am 3. Januar nach Punta Arenas weiter ging.

Dort übernachteten wir im "Pink House", das auch tatsächlich genauso aussieht und im Kitsch ertrinkt! Idyllisch kitschig, sogar mit dekorierter Klobrille! Unglaublich, aber wahr. Und Lady Di guckte uns am nächsten Morgen beim Frühstücken in Übergröße zu!

Im Anschluss an den Bezug unseres Kitsch-Zimmers machten wir uns auf zu einer Stadterkundung. Berühmt in Punta Arenas ist der Stadtfriedhof.

Zuerst sah man die Gräber der "ärmeren" Bevölkerung. Das sah aus wie eine Häuserfront, die Gräber werden über- und naebeneinander eingesteckt und in der Front mit den furchtbarsten Kitschaccessoires geschmückt.

Je weiter man in den Friedhof hinein geht, desto pompöser wird das Ganze. Hier findet man Familiengruften, viele davon mit deutschen Namen! Sehr schön sehen die kunstvoll geschnittenen Zypressbäume, die in Alleen den Friedhof säumen aus.

Die müssen uralt sein, so hoch sind die! Nach dem Friedhofsbesuch gingen wir weiter an den Strand, um nach Feuerland hinüberzuschauen!

Erschreckt hatte uns allerdings der Müll und die Blechhütten, die hier am Strand stehen. Hier sieht man die Armut.

Nachmittags dann fahren wir zu den Pinguinen, die um diese Zeit gerade ihre Nachkommenschaft Pinguine an der Magellanstraßeaufziehen.

Die Fahrt mit dem Minibus dauert eine Ewigkeit, ist aber landschaftlich sehr schön anzuschauen. Wie wir dort auf einer Tafel erfahren, wiegen die kleinen Pinguine nur um die 5 kg.

Sehr süß anzuschauen ist es, wie die in kleinen Trupps umherwatscheln. Und das alles schön im Takt, wie es sich gehört.

 


 

Von Punta Arenas im Süden hoch in den Norden in die Atacama-Wüste

Heute fliegen wir zur trockensten Wüste der Welt, der Atacama-Wüste. Der Flug startete gegen 8 Uhr in Richtung Santiago de Chile mit einer Zwischenlandung in Puerto Montt. In Santiago hatten wir noch einen 2stündigen Aufenthalt, den Carlo von 4 auf 2 Std. verkürzen konnte, allerdings mit einem weiteren Stopp in Antifagasta, was aber nicht weiter tragisch war. In Calama angekommen gab es erst einmal ein Schnitt. Vom tiefsten Süden Chiles und Kälte ca. 4000 km hoch in den Norden - mit erbärmlicher Hitze. Die Umgebung Calamas glich einer öden Mondlandschaft. 

Nach 1 1/2 stündiger Fahrt nach San Pedro gab es aber die totale Überraschung. San Pedro gleicht einer Oase, es gibt hier zwar nicht jede Menge "grün", aber doch schon einiges an Sträuchern und Bäumen, die das Ganze doch nicht so öde erscheinen lässt.

meine Hausnummer 7Alles hier ist aus Lehm gebaut (Adobe = luftgetrockneter Ziegel) und taucht alles in heimeliges Licht.

Ich freue mich auf den freien morgigen Tag, den wir zu unserer Verfügung haben. Auch das muss einfach einmal sein.

Das Abendessen in einem nett eingerichteten Restaurant war ein absolutes Highlight! Es sah aus wie eine umgebaute Scheune, urig eingerichtet mit viel Holz, einem offenen Kamin, der warm vor sich hin brannte, wunderschöne Bilder an allen Wänden und (ein klein wenig übertriebene) folkloristische Musik.

Zum Essen gab es für mich vegetarische Spieße mit höllisch scharfem Reis. Die Speisen waren auch richtig was zum Anschauen! Klasse.

 

 

 

 

 

Heute morgen nahm ich eine eiskalte Dusche - mitten in der Wüste. Nicht, weil ich es gerne kalt habe. Es wurde nur nicht warm :-( Trotz allem ist es aber sehr lauschig hier in der Wüste. Das krasse Gegenteil zum südlichen Teil Chiles. Überall stehen Lehmhütten, die Häuser fügen sich völlig in die Umgebung ein und sind hier und da durch Büsche ein wenig grün durchwirkt.

 Seit gestern Abend habe ich bestimmt schon 4 Liter Wasser getrunken. Man merkt wirklich, dass es hier staubtrocken ist. So fühlt sich also die trockenste Wüste der Welt an. Ich kann es gar nicht fassen, hier haben wir fast 30 °C und zuhause in good Old Germany schneit es gerade. Das ist Urlaub. Am anderen Ende der Welt zu sein, Sonne satt zu tanken, schöne Musik zu hören und sich nebenher auch noch zu verlieben ;-) Was kann es bessers geben.

Die zwei Tanken Die zwei Zapfsäulen standen hier einfach mitten in der Pampa herum! Und sonst nichts!

 

Es wird Zeit, dass wir wieder Programm bekommen. Wir fuhren abends in Valle de la Luna (in der Cordillera del Sal), dort kann man - wenn man denn auch Glück hat - einen wundervollen Sonnenuntergang beobachten.

Na ja, außer einem merkwürdigen Typen im Superman-Kostüm sahen wir davon leider nicht viel. Tja, man darf auf solch einer Reise ja auch mal Pech mit "Sehenswürdigkeiten" haben.

 

 Atacama-Schlucht

Nach leckerem Frühstück fuhren wir heute zu den heißen Quellen von Puritama. Nach einer Stunde Fahrzeit waren wir auf einer Höhe von fast 4000 Metern. Mich fror es in meinem T-Shirt und den kurzen Hosen. Wie schön, sich in die Wärme der Quellen legen zu können. Wunderbar. Inmitten von Nichts eine Oase mit Pampas-Gras, herrlich idyllisch.

 

Gegen Nachmittag machten wir uns auf in eine "geheime" Schlucht, in die uns Carlo führen wollte. Wir wollten von der Straße her in den Weg abbiegen und wurden von einem Geländewagen aufgehalten, der sich quer gestellt hatte.

Ein Paparazzo erzählte uns, dass sich Cameron Diaz in dieser Schlucht befände. Ja klar - und George Clooney und Kleopatra auch. Nach endlosem Hin und Her kamen wir dann doch durch und wanderten durch das schöne Tal.

 

Einige Zeit darauf trafen wir auf ein Kamerateam. Und mittendrin stand - Cameron Diaz!!!! Einfach unglaublich.

Mitten in der Atacama-Wüste in einer verborgenen Schlucht. Eine aus der Gruppe redete irgendwann später noch mit ihr, ich selbst war 2 m von ihr entfernt!!! Hammer! Interessant war, dass sie immer schön den Kopf unten hielt, damit Bilder keinen Sinn haben. Einzig da, als wir beide aus der Gruppe hinter ihr gingen hat sie sich dann zu uns umgedreht.

Ein kleines dünnes Persönchen mit den wohl schönsten hellblauben Augen, die ich je gesehen habe!

QuitorNach unserer Heimkehr und nach einer Dusche wollten einige noch nach Quitor zur alten Inkafestung. Lust hatte ich zwar keine große mehr, aber wann kommt man denn noch einmal hierher? 

Ein gemütlicher einstündiger Spaziergang in Teva-Latschen, dann kamen wir dort an. Blöd fanden wir, dass sie zur Besichtigung der Festung Geld wollten und wenn ich mich richtig erinnern kann war das kein kleiner Betrag, den wir hätten löhnen müssen.

Machten wir dann auch nicht und gingen lieber ein Stück weiter zu einer Schlucht, in der Ralf und Susanne ein wenig herum"höhlten". Ich meinerseits schaute draußen nach einem netten Motiv.

Beim zurückgehen nach San Pedro hatten wir auf einen schönen Sonnenuntergang gehofft, den wir im Valle de la Luna ja nun leider nicht gesehen hatten. Aber den gab's heute auch wieder nicht.

 

8. Januar 2004 - In dieser Nacht hatte ich nur 3 Stunden geschlafen. Es ist nicht zu fassen, welchen Höllenkrach die Hunde von San Pedro des nächtens veranstalten. Die wetzten hinter der Hütte (der Hof wurde nachts abgeriegelt) ununterbrochen auf und ab. Grauenhaft.

 

Für heute ist die Altiplano-Tour angesetzt, die um 7 Uhr startet und erst am Abend enden soll. Erster Stopp war bei der Laguna Chaxa mit den ersten rosafarbenen Flamingos, die ich in freier Wildbahn sehe. Der Weg zu den Flamingos bestand praktisch nur aus Salz! Überall Salzkruste. Eine unwirkliche Landschaft.

Dann fuhren wir endlich "hoch" bis auf 4000 Meter und die Vegetation wandelte sich zusehends. Immer wieder tauchten kleine grüne Oasen auf, welche man in der Wüste nicht vermutet und deshalb vielleicht auch so wunderschön anzuschauen waren. Gelbe Puschelbüsche sahen wir dann auch in Hülle in Fülle.

Puschelbüsche

im Altiplano

Lagune im Altiplano

Es ist sooo schade, dass die Bilder so farblos daher kommen. Mit den ersten Digi-Cams waren farbenfrohe Aufnahmen in gleißendem Licht einfach noch nicht so möglich wie das heute der Fall ist.

Die erste Lagune, Laguna Meniques erblühte leider nicht in einem wundervollen Farbspiel, weil die Sonne eine kleine Pause einlegte.Die nächste jedoch, die Laguna Miscanti sah dann schon ein klein wenig besser aus, wie man hier erkennen kann.

Nach einer weiteren Stunde Busfahrt sahen wir dann doch noch ein wunderschönen Farbenspiel. Im Hintergrund auf dem "Dreispitz" sah man frischen Schnee. Im Vordergrund des Salar de Atacama sieht man das getrocknete Salz.

Man hatte das Gefühl, man sähe in unendliche Weiten - irgendwie erinnerte mich das doch stark an Island, was das Farbenspiel betraf. Der Salzsee glänzte in schönsten Weiß- und Türkistönen, die bereits ausgetrockneten Salzplatten zeichneten das Kristalllmuster von Salz, innen weiß und an den Kristallkanten schmutzig grau.

Bei der Rückfahrt hielten wir in einem unscheinbaren Dörfchen und aßen dort gegen halb 4 am Nachmittag zu Mittag. Hier in Socaire gab's dann auch die wohl abgefahrenste "Tankstelle" (Bild irgendwo weiter oben). Am Ortsausgang stehen auf einer Sandfläche zwei einsame Zapfsäulen. Sonst nichts! Das Dorf selbst besteht aus jeder Menge unfertig gebauten Häusern.

 Adobe Kirche

 

(diese Kirche stand nicht in Socaire, sondern in San Pedro!)

Der Platz um die schöne Adobe-Kirche wurde von einigen Arbeitern wunderschön hergerichtet, aber wie man in nicht fertig gebauten Häusern leben kann ist mir ein Rätsel ...

Das Gebälk in der Kirche bestand aus Kaktusholz und war schon deshalb völlig ungewöhnlich.

Die Menschen hier in diesem Ort (Gebirgsflussoase) betreiben Terrassenfeldbau - man sah Mais, Weizen, Süßkartoffeln und auch einige Sonnenblumen, die hier angebaut wurden.

 




La Serena - im Kolonialstil geprägte Stadt im Rio Elqui-Tal


Koffer-Stillleben

Der Abschied von San Pedro fiel (mir) nicht schwer. Nach einigen Tagen und Nächten in der Wüste benötige ich endlich wieder etwas mehr grün um mich herum - und andere Menschen ;-)

 

Koffer-Stilleben ;-)

Der Nachtbus bringt unsere Gruppe nach La Serena, das wir früh morgens gegen 6 Uhr früh erreichten.

Dort angekommen, wurden wir in 3 Taxen verfrachtet und zu unserer Unterkunft gebracht. Wie man erkennen konnte war La Serena nicht gerade klein.

Wir inspizierten den großen Stran, einige aus der Gruppe wollten noch auf den Fischmarkt gehen (habe ich mir geschenkt, ich sehe Fische lieber im Wasser schwimmen als tot auf dem Markt).

Von diesem Markt brachten sie dann auch einen riesigen Fisch mit, den es abends zum Essen gab. Er sah schrecklich aus - und er schmeckte auch so <schüttel>

Nun denn, wir hatten ein schönes Zimmer mit Bad-Ameisen (es gab keine "Ameisen-Straße zum Bad, aber die wuselten da einfach so rum). Und ich schlief das erste Mal richtig gut, seit ich in Chile war!

 

Shopping-Mall

 

 

Shopping-Mall in La Serena

Der Himmel ist am nächsten Morgen wieder bewölkt, für einen Spaziergang ins Städtchen war das aber genau richtig, weil ich mir davor die Birne verbrannt hatte und mich jetzt ein bisschen schonen konnte.

La Serena selbst ist eine im Kolonialstil erbaute Stadt und man sieht erstmalig mehr Chilenen als Touristen, was sehr angenehm ist.

Im Anschluss unseres kleinen Stadtbesuchs besuchten wir diese Shopping-Mall rechts. Chile steht uns mit solchen Hallen in nichts nach. Es gibt hier einfach alles zu kaufen - wie bei uns.

 

 

 

 

Einen Tag später fuhr ein Großteil der Gruppe ins Elqui-Tal auf einen Besuch im Paso Negro und dem Observatorium in Mammalluca. Der andere Teil - zu dem auch ich gehörte - haben uns gegen diesen Ausflug entschieden.

 

Auto-Stillleben

 

Auto-Stillleben ... oder doch eher ein Auto-Friedhof?

Wir waren zu dritt und machten uns ebenso auf ins Elqui-Tal nach Vicuña, allerdings für einen Bruchteil dessen, was die anderen für Ihren Ausflug bezahlt hatten. Die durften 25.000 Pesos löhnen, wir 2.600 Pesos für die Busfahrt.

Dort angekommen schauten wir uns als erstes die Kirche dort an, danach schlenderten wir den Aussichtsturm hoch, in aller Ruhe. An riesign Bougainvillea-Sträucher vorbei, an den staubigen Autos, Pferden, Kakteen. Bezaubernd. Wieder vom Berg herunter schlenderten wir zur Capel-Destillerie am anderen Ende Städtchens und machten dort eine spanische Führung mit.

14. Januar 2004 - unser Ausflug zur Seelöweninsel 

Seelöwen

 

Leider weiß ich nicht mehr, wie unser Ausgangsdorf hieß, jedenfalls konnten wir bei der Ankunft nicht sofort mit den Booten hinaus, weil der Seegang zu stark war.

Etwas absolut ungwöhnliches war allerdings, dass der komplette Strand, also praktisch da, wo sonst Sand zu sehen ist mit Muscheln ÜBERSÄT war! Die waren noch nicht fein zermahlen, sondern wirklich noch heile.

 

Muscheln ohne Ende

Muschel-Stillleben! Traumhaft, oder?

Beim Sammeln der Muscheln musste ich mich stark bremsen, schließlich hatte man im Rucksack nur eine begrenzte Menge an Platz zur Verfügung.

Eine Stunde später erwartete uns unser Fischer, der auch Guido hieß mit einem leckeren Essen. Es gab gegrillten Fisch (dieses Mal aber wirklich sehr gut) mit Reis und Gemüse.

 

 

 

Sylvia, unsere Meisterfotografin Sylvia, die eigentlich die besten Bilder von allen machte, begab sich hier in die Schlingen meines Fotoapparates. Sie hätte besser auf das Display der Digi-Cam geschaut, denn durch den Sucher.

Alte Spiegelreflexfotografiererkrankheit ;-)

 

Seeigel - einmal in echt Ein echter Seeigel!

Das Meer zeigte sich plötzlich in Gelb- und Rottönen. Weshalb, war unsere Frage.

Weil es an dieser Stelle des Meeres eine hohe Plankton Dichte gab und diese mit dem Getier einfärbte!

Dann ging es doch noch rein ins Boot und ab ins Meer. Ich dachte ununterbrochen an meine Wal-Safari auf den Lofoten. Aber in Anbetracht dessen, dass es mir dort ja ziemlich schlecht ging, war das jetzt doch relativ harmos, wenn auch die See nicht ruhig war.

Lange Zeit sah man zwar nichts, aber man ROCH es! Seelöwen. So stinkt also der Guano, wenn eine Meute Seelöwen, Pelikane, Seeotter und Pinguine sich auf einer Steininsel niederlassen und alles zusch.....!

Solch ein klares Wasser habe ich bis dahin auch noch nicht gesehen, aber so klar der Pazifik war, so kalt war er auch. Wir machten einen Stopp auf einer kleinen Insel und fläzten uns in die Sonne. Ein gelungener Tag.

An diesem Abend fuhren wir mit dem Pullman-Nachtbuch nach Viña del Mar, das wenige Kilometer von Valparaiso entfernt ist. Gegen 6 Uhr in der Früh kamen wir endlich an - nach einem beschwerlichen Fußmarsch mit unserem Gepäck erreichten wir später das Hotel für unsere letzte Übernachtung.

positive Häuserwand in Valparaiso Mit einem öffentlichen Bus fuhren wir nach Valparaiso hinein.

Kaum aus dem Bus draußen saßen wir dann auch schon gleich in einem der 16 Schrägaufzüge, die es in Valparaiso gibt. 

Eine wahrlich interessante Fahrt. An der Aussichtsplattform angekommen, befanden wir uns auch schon inmitten eines netten kleinen Marktes.

Den Nachmittag verbrachten wir mit der Suche nach einem kleinen Cafè und schauten uns noch die Stadt an. Ich bin wohl kein "Städter" - irgendwann langweilen mich die ganzen Shopping-Malls, Läden, der ganze Trubel.

Am nächsten Tag flogen wir dann leider auch schon wieder nach Hause.

Diese Reise wurde von "Wavereisen" organisiert!